Nordrhein-WestfalenGrößtes kommunales Haushaltsdefizit der Nachkriegszeit

Was bedeutet das Rekord-Defizit der Städte und Gemeinden für Schulen, Kitas und Vereine? Eine Umfrage zeigt, wie drastisch die Lage ist.
Düsseldorf (dpa/lnw) - Zu wenig Geld für Schulen und Kitas, Sport- und Kulturvereine, marode Brücken und Straßen und kaputte Spielplätze – so wirkt sich die Finanzkrise der Kommunen nach Darstellung ihrer Spitzenverbände konkret aus. Bei der Vorstellung ihrer jüngsten Haushaltsumfrage unter allen 396 Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens sprach der Präsident des Städte- und Gemeindebunds NRW, Tobias Stockhoff (CDU), vom größten kommunalen Haushaltsdefizit der Nachkriegszeit. "Das Minus in den kommunalen Haushalten wird tatsächlich zum Dauerzustand."
Das sind die Kernergebnisse der Haushaltsumfrage 2026:
Mehr als zwei Drittel der Kommunen bewerten ihre derzeitige Finanzlage als mangelhaft.
Für die kommenden fünf Jahre rechnen sogar 85 Prozent mit einer mangelhaften Finanzsituation.
Nur sieben Städte und Gemeinden können in diesem Jahr noch ihre laufenden Aufwendungen durch entsprechende Einnahmen decken. Mehr als 98 Prozent gelingt dieser strukturelle Haushaltsausgleich nicht mehr.
89 Städte und Gemeinden sind in die Haushaltssicherungspflicht abgerutscht. Das bedeutet, sie wirtschaften unter strenger Kontrolle und müssen freiwillige Leistungen abspecken – etwa für Kultur, Sport oder Schwimmbäder. Nach Angaben der kommunalen Spitzenverbände entspricht das einer Steigerung um 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.