ThüringenFranzösische KZ-Überlebende bei Achava-Festspielen

Als Mädchen wurde sie in Konzentrationslager verschleppt und berichtet heute über die Schrecken der NS-Zeit: Lili Keller-Rosenberg. Was sonst noch bei den Achava-Festspielen auf dem Programm steht.
Weimar (dpa/th) - Gespräche mit einer Zeitzeugin, Konzerte, Kochkurse und mehr bieten die Achava-Festspiele in diesem Jahr. Vom 23. September bis 11. Oktober stehen 80 Veranstaltungen auf dem Programm, wie die Veranstalter mitteilten. "Achava" bedeutet "Brüderlichkeit" auf Hebräisch. Die Festspiele sind jüdisch geprägt, gelten jedoch als Ort interkultureller und interreligiöser Verständigung. Hauptveranstaltungsort ist die Sendehalle in Weimar, allerdings sind Veranstaltungen auch in Eisenach, Gera, Erfurt, Gotha, Mühlhausen, Weimar und Bad Salzungen geplant.
Die französische KZ-Überlebende Lili Keller-Rosenberg wird in Weimar erwartet: Vor einem Gespräch am 4. Oktober ist im Mon Ami ein Dokumentarfilm über ihr Leben zu sehen. Geplant sei auch, dass Keller-Roseberg einige Schulen besuche, so die Veranstalter.
Bildungsangebote für Schulen sind der Kern der Achava-Festspiele. Diese sollen nun auch ganzjährig und nicht nur zur Festspiel-Zeit angeboten werden. Workshops, Vorträge und Zeitzeugengespräche an Schulen gehören zu diesem "Achava Campus", aber etwa auch Exkursionen und Kunstprojekte. Dabei geht es um Themen wie Demokratie, Gleichberechtigung und Menschenwürde.
Maybebop und Thomas Quasthoff
Eröffnet werden die Festspiele am Donnerstag in Gotha mit einem Konzert der A-Cappella-Band Maybebop und der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach. Am Freitag ist dort auch ein Fest der Kulturen geplant mit lokalen Vereinen und Live-Musik. Ein Familienfest steht am 4. Oktober in Eisenach auf dem Programm. Dabei bringt sich auch die muslimische Gemeinschaft ein, etwa mit Musik und Kochkursen.
Opernsänger Thomas Quasthoff leitet in der Sendehalle während des Festivals einen internationalen Meisterkurs, dem auch interessierte Zuhörer beiwohnen können. Wer lieber dem Endprodukt lauschen möchte, kann das Abschlusskonzert am 27. September besuchen. Am selben Tag eröffnet in der Sendehalle eine Ausstellung mit Werken des 2021 gestorbenen Schweizer Soziologen, Schriftstellers und Künstlers Urs Jaeggi.
Die Festspiele zählen mit dem Yiddish Summer Weimar und den Jüdisch-Israelischen Kulturtagen zu den jüdisch geprägten Festivals in Thüringen.