SachsenWarnstreiks in Sachsen – IG Metall macht Druck

Nach dem Ende der Friedenspflicht hat die IG Metall zu Warnstreiks aufgerufen. Im festgefahrenen Tarifkonflikt erhöht sie damit den Druck auf die Arbeitgeber. Auch in Sachsen wird gestreikt.
Dresden (dpa/sn) - Nach dem Ende der Friedenspflicht hat die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen zu Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie aufgerufen. In Sachsen werden unter anderem die Elbe Flugzeugwerke in Dresden und die Bahntechnik Brand-Erbisdorf bestreikt.
"Jetzt machen die Beschäftigten in Berlin, Brandenburg und Sachsen Druck. Mit ihren Warnstreiks machen sie deutlich, dass sie in diesen Zeiten mit massiven Preiserhöhungen eine deutliche Entgeltsteigerung erwarten. Die Arbeitgeber müssen sich jetzt bewegen und endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen", sagte IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto laut Mitteilung.
Arbeitsniederlegungen in Schichten
Bei den Elbe Flugzeugwerken in Dresden hatte die Gewerkschaft zu Arbeitsniederlegungen in beiden Schichten aufgerufen – zwischen 11 und 13 Uhr sowie zwischen 19 und 21 Uhr. "Wir brauchen einfach zukunftsfähige Lösungen, sichere Arbeitsplätze und regelmäßig gute Erhöhungen, damit die Kolleginnen und Kollegen mit den Preissteigerungen, die gerade ringsherum stattfinden, auch klarkommen", sagte Christian Göbel, politischer Sekretär der IG Metall in der Bezirksleitung für Dresden, Riesa und Ostsachsen.
"Was in den nächsten Tagen passiert, wird man sehen. Ich befürchte, man muss noch mehr Druck machen. Das wird nicht reichen", sagte Warnstreikteilnehmer Thorsten Labuhn. Er arbeitet im Engineering-Bereich der Elbe Flugzeugwerke.
Druck auf die Arbeitgeber
Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld, eine bessere Berücksichtigung der unteren Entgeltgruppen, tarifliche Regelungen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten sowie eine Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich besonders erfolgreichen Unternehmen.
Die Arbeitgeber hatten in der ersten Verhandlung kein Angebot vorgelegt. In der zweiten Tarifrunde für Sachsen hatte die IG Metall das Angebot der Arbeitgeber abgelehnt. Der Arbeitgeberverband VSME hatte eine Einmalzahlung im Juli 2027 und eine Entgelterhöhung um 1,3 Prozent ab Juli 2028 angeboten.
"Das mickrige Angebot des sächsischen Arbeitgeberverbands ist für die Beschäftigten ein Schlag ins Gesicht. Das Angebot der Arbeitgeber könnte auch die Überschrift "Minusrunde für die Beschäftigten" tragen", kommentierte der erste Bevollmächtigte der IG Metall Chemnitz, Eddie Kruppa, das Angebot.