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Nordrhein-WestfalenNadeln in Halloween-Süßigkeiten: Drei Fälle in NRW

02.11.2026, 13:28 Uhr
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(Foto: Armin Weigel/dpa)

Nach Halloween haben Familien in ganz Deutschland gefährliche Gegenstände in den Süßigkeiten ihrer Kinder entdeckt. Allein in NRW gibt es drei Fälle. Eltern stellen sich die Frage: Wer macht so etwas?

Essen/Bad Salzuflen (dpa/lnw) - Überall im Land sind zu Halloween gruselig verkleidete Kinder umhergezogen und haben an den Haustüren auf Süßigkeiten gehofft. Doch der eigentliche Schrecken kommt für viele Familien erst jetzt: Nach und nach werden immer mehr Fälle bekannt, bei denen Nadeln und andere spitze Gegenstände in den Süßigkeiten versteckt waren. Allein in NRW sind drei Fälle bekannt. Die Polizei appelliert an die Eltern, die Halloween-Ausbeute ihrer Kinder genau anzuschauen.

Die Suche nach den Tätern gestaltet sich schwierig. Unklar ist auch, weshalb es in diesem Jahr eine solche Häufung ähnlicher Fälle in vielen Regionen Deutschlands gibt.

Vater findet verdächtige Löcher an Schokoriegel

In Nordrhein-Westfalen wurden zunächst zwei Fälle aus Essen bekannt. Dort hatte ein Vater verdächtige Einstichlöcher in der Verpackung eines Schokoriegels bemerkt, den sein 13-jähriger Sohn bekommen hatte. Versteckt in dem Riegel fand er schließlich eine spitze Nadel. In einem anderen Essener Stadtteil entdeckten Eltern Metallstifte in einem Schokoriegel und in einer Tüte mit Weingummi - beides hatten die Kinder an Haustüren geschenkt bekommen.

Die Essener Polizei rief vorsorglich alle Familien im gesamten Stadtgebiet auf, ihre gesammelten Süßigkeiten genau anzuschauen. In den sozialen Netzwerken appellierte die Essener Polizei: "Bitte überprüfen Sie vor dem Verzehr die Süßigkeiten auf mögliche Einstichstellen und nehmen Sie bei verdächtigen Feststellungen umgehend Kontakt zur Polizei auf."

Konkrete Hinweise auf die Täter gab es zunächst nicht. "Wir können fast sicher ausschließen, dass hinter beiden Fällen ein und derselbe Täter steckt. Die Kinder waren in völlig unterschiedlichen Stadtteilen unterwegs", sagte ein Polizeisprecher.

Nadel in Kaubonbon auch im Kreis Lippe

Auch in Bad Salzuflen im Kreis Lippe gibt es einen ähnlichen Fall. Ein Vater habe am Sonntag bei der Halloween-Ausbeute seiner Tochter ein präpariertes Kaubonbon entdeckt, sagte eine Polizeisprecherin. Eine Nadel sei so in das Bonbon gesteckt worden, dass man sie von außen nicht habe sehen können.

Das Mädchen sei an Halloween gemeinsam mit einer Freundin in Bad Salzuflen unterwegs gewesen. "Wir sind jetzt dabei, herauszufinden, an welchen Haustüren die Kinder geklingelt und Süßigkeiten bekommen haben", sagte die Sprecherin. Die Ermittlungen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung stünden noch ganz am Anfang.

Bundesweite Fälle geben Rätsel auf

Weshalb es in diesem Jahr bundesweit so viele vergleichbare Fälle gebe, sei Gegenstand der Ermittlungen. Gemeldet wurden Fälle aus Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen, Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Einen Fall gab es auch in Österreich. Inwieweit etwa ein Trend in sozialen Medien dahinterstehen könnte, ist noch völlig unklar.

In der Nähe von München hat ein Neunjähriger in ein mit einer Nadel versehenes Kaubonbon gebissen, die Süßigkeit aber sofort wieder ausgespuckt. In Nordrhein-Westfalen wurde nach ersten Erkenntnissen kein Kind durch präparierte Halloween-Süßigkeiten verletzt.

Experten warnen vor möglichen Gefahren

Spitze oder scharfe Gegenstände können beim Verschlucken schwere innere Verletzungen verursachen, etwa Verletzungen der Speiseröhre, des Magens oder des Darms. Das könne schnell zu akuter Lebensgefahr führen, warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder. Bestehe der Verdacht, dass ein Kind etwa eine Nähnadel verschluckt hat, sollten Eltern sofort ärztliche Hilfe suchen.

Quelle: dpa

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