BayernTarifrunde Metall: Warnstreiks in 30 bayerischen Unternehmen

Die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie ist schwierig wie selten. Die IG Metall organisiert bereits kurz nach Ende der Friedenspflicht eine Warnstreikwelle größeren Ausmaßes.
München (dpa/lby) - In der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie will die IG Metall bereits in der ersten Warnstreikwelle ein deutliches Zeichen an die Arbeitgeber senden: Am Montag waren bereits die Beschäftigten in mehr als dreißig Unternehmen zum Warnstreik aufgerufen, darunter auch bei ersten großen Firmen. Dazu zählte Audi in Ingolstadt, wo die IG Metall eine Kundgebung mit Landesbezirksleiter Horst Ott während der Nachtschicht um kurz vor Mitternacht plante. Zahlreiche Warnstreiks gab es auch in anderen Bundesländern.
Bereits am Vormittag legten in Königsberg in Unterfranken an die 300 Mitarbeiter mehrerer Metallbetriebe die Arbeit nieder, wie die IG Metall Schweinfurt mitteilte. In Augsburg und Umgebung gab es nach Angaben der Gewerkschaft Protestaktionen unter anderem bei Bosch Siemens Hausgeräte und beim Rüstungsunternehmen Renk.
Die Positionen sind nach der zweiten Verhandlungsrunde weit voneinander entfernt: Die IG Metall fordert fünf Prozent höhere Entgelte und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 110 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber wollen dagegen einen zweijährigen Tarifvertrag abschließen, das erste Angebot in der vergangenen Woche lag unter der Inflationsrate: Im Juli 2027 soll es eine Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des Bruttojahresgehalts geben, ab Juli 2028 eine Tariferhöhung um 1,3 Prozent. Grund ist die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen.