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HessenKunst für Menschen mit Demenz: Museen schaffen Teilhabe

01.11.2026, 03:31 Uhr
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Ein Museumsbesuch kann für Menschen mit Demenz mehr sein als ein Blick auf Kunstwerke. Hessische Häuser setzen auf besondere Formate – und eine Studie weist auf positive Effekte hin.

Frankfurt/Kassel (dpa/lhe) - In Hessen leben laut dem Hessischen Gesundheitsministerium nach bisherigen Schätzungen rund 125.000 Menschen über 65 Jahren mit Demenz. Um ihnen trotz ihrer Erkrankung kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, setzen Museen in Hessen auf spezielle Angebote. Das Städel Museum in Frankfurt etwa macht Betroffenen zwei Angebote: "ARTEMIS" und "ARTEMIS Digital". "Mit den ARTEMIS-Angeboten möchte das Städel Museum die Lebensqualität und die kulturelle Teilhabe von Menschen mit leichter bis mittelgradiger Demenz fördern", erklärte eine Sprecherin.

Das kostenfreie Führungsangebot "ARTEMIS" ("ART Encounters: a Museum Intervention Study") findet ihrzufolge seit mehr als zwölf Jahren einmal im Monat statt. Es umfasst eine einstündige thematische Führung durch die Dauerausstellung mit anschließendem Workshop. "Die wechselnden Themen reichen von dem menschlichen Gesicht über die Familie bis hin zur Stadt Frankfurt." Im anschließenden Workshop griffen die Teilnehmer das jeweilige Thema mit verschiedenen künstlerischen Techniken auf.

Studie zeigt positive Effekte

Im Rahmen des Kooperationsprojekts zwischen dem Städel Museum und dem Arbeitsbereich Altersmedizin der Goethe-Universität wurde laut der Sprecherin die erste umfassende wissenschaftliche Studie zur interaktiven Kunstvermittlung und den therapeutischen Potenzialen von Kunsttherapie bei Demenz im deutschsprachigen Raum durchgeführt. "Sie hat deutliche Verbesserungen der neuropsychiatrischen Symptomatik sowie des emotionalen Wohlbefindens und der Lebensqualität gezeigt."

Seit Dezember 2025 bietet das Städel Museum zusätzlich mit "ARTEMIS Digital" ein digitales Format für Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen an. Die kostenfreie webbasierte App führt Demenzerkrankte und ihre Angehörigen virtuell durch das Museum. Das vom Museum in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität entwickelte Angebot soll auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Zugang zu Kunst und kreativer Betätigung ermöglichen. Der Sprecherin zufolge ist es das erste digitale, kunstbasierte Vermittlungsformat für Menschen mit Demenz im deutschsprachigen Raum.

Spezielle Führung in der Kasseler Grimmwelt

Auch die Grimmwelt in Kassel bietet demenzkranken Menschen und ihre Angehörigen eine speziell konzipierte Kunstführung mit anschließendem Kreativ-Workshop an - in Kooperation mit der AWO-Stiftung Lichtblicke und ebenfalls begleitet von der Goethe-Universität. Das Programm ist dem Museum zufolge darauf ausgerichtet, über Kunstwerke, Märchen und sinnliche Eindrücke emotionale Lebenswelten zu öffnen und Erinnerungen ganz ohne Leistungsdruck zu wecken.

Quelle: dpa

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