ThüringenBevölkerung in Thüringen weiter rückläufig

In Thüringen leben immer weniger Menschen. Die Statistiker sehen das hohe Geburtendefizit als Hauptgrund und haben Hoffnung auf eine Trendwende bei den Geburten.
Erfurt (dpa/th) - Die Bevölkerung in Thüringen ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres erneut geschrumpft. Am 30. Juni lebten im Freistaat nach vorläufigen Ergebnissen 2.066.421 Menschen, wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilte. Demnach waren das 12.525 Menschen (0,6 Prozent) weniger als am 31. Dezember 2025. Als Hauptursache für den Rückgang wurde ein hohes Geburtendefizit genannt, das durch Fortzüge verstärkt worden sei.
Den Angaben zufolge starben von Januar bis Juni 2026 in Thüringen 16.083 Menschen. Das waren 131 Sterbefälle (rund 0,8 Prozent) weniger als im 1. Halbjahr 2025. Gleichzeitig wurden in Thüringen 5.325 Kinder geboren, was 105 Säuglinge (2,0 Prozent) weniger waren als im Vorjahreszeitraum.
Abwärtstrend bei Geburten bald gestoppt?
Hochgerechnet auf das gesamte Jahr sei eine Geburtenzahl von unter 11.000 Kindern zu erwarten, hieß es weiter. Diese Anzahl läge nochmals leicht unter dem im Jahr 2025 erreichten historischen Thüringer Tiefststand von 11.052 Geburten. Der geringe Rückgang bei den Geburten im 1. Halbjahr 2026 in Höhe von 105 Kindern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit einem Rückgang von 444 Kindern lasse Raum für die Hoffnung, dass der Abwärtstrend bei den Geburten bald gestoppt sein könnte.
Zuzüge aus dem Ausland können Fortzüge nicht auffangen
Laut Statistikern zogen in den ersten sechs Monaten mehr Menschen aus Thüringen weg als neue hinzuzogen. Die Zahl der Zuzüge lag bei 21.945, die Zahl der Fortzüge bei 23.199. Die Zuzüge sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,8 Prozent, die Fortzüge um 0,7 Prozent.
Obwohl Thüringen in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Ausland nach wie vor ein Zuzugsplus in Höhe von 916 Personen verzeichnen konnte, reichte dies nicht aus, um die Wanderungsverluste gegenüber den anderen Bundesländern in Höhe von 2 172 Personen auszugleichen.