SachsenWaldtage zeigen: Naturschutz und Wirtschaft Hand in Hand

Der Wald steht für viele Dinge, neben Erholung auch als Wirtschaftsfaktor. Die Deutschen Waldtage zeigen unterschiedliche Aspekte auf. Was ist zu sehen?
Großpösna (dpa/sn) - Erholung, Naturschutz, grüne Lunge aber auch Wirtschaftsfaktor: Der Wald steht an diesem Wochenende besonders im Fokus. Bei den deutschen Waldtagen sollen bis Sonntag die Menschen für diesen "beeindruckenden Ort" begeistert werden, sagte Bundesforstminister Alois Rainer im Vorfeld. Es sei eine Einladung in den Wald zu Führungen mit Försterinnen und Förstern, Festen für die ganze Familie und Pflanzaktionen, betonte der CSU-Politiker vor der Eröffnung der Waldtage im Oberholz in Großpösna bei Leipzig.
Wichtiger Wirtschaftsfaktor
Den Wald zu nutzen heiße, den Wald zu schützen, betonte Rainer. Dafür seien artenreiche Mischwälder notwendig. Der Wald sei auch ein Wirtschaftsfaktor, der vielen Menschen Arbeit und Einkommen sichere. Mit fast 900.000 Beschäftigten und jährlich mehr als 174 Milliarden Euro Umsatz sind Forst und Holz den Angaben zufolge bedeutende Wirtschaftsfaktoren in Deutschland, besonders im ländlichen Raum.
Das Oberholz symbolisiere stellvertretend das, was Wald in unserem Land leiste, betonte Sachsens Forstminister Georg-Ludwig von Breitenbuch. "Für den Erhalt der biologischen Vielfalt, den Klimaschutz, als Wasserspeicher, für den Schutz von Boden und nicht zuletzt für die Versorgung mit dem heimischen, nachwachsenden Rohstoff und Energieträger Holz", erläuterte der CDU-Politiker.
Im Oberholz zeige sich zugleich, wie die immensen Waldschäden der letzten Jahre, Wassermangel und Extremwetter dem Wald zu schaffen machen. "Um dieses wichtige Ökosystem zu erhalten, muss die nachhaltige Waldbewirtschaftung deshalb entschlossen weitergehen."
Für einen genaueren Einblick gibt es bis Sonntag in allen deutschen Forstbetrieben Aktionen zum Motto "Wald und Wirtschaft", erläuterte Andreas Padberg, Leiter des Forstbetriebes Leipzig. An den Wald würden viele Ansprüche gestellt: "Er soll der Erholung dienen, hat zahlreiche Naturschutz- und kulturhistorische Funktionen, er soll für die kommenden Generationen erhalten, aber als nachhaltiger Rohstoff auch bewirtschaftet werden".
Wege schützen und Wald klimagerecht umbauen
In Großpösna werden Lehrlinge aus dem Forstbetrieb in einen Baum klettern und morsche Äste absägen, um den darunter führenden Wanderweg zu sichern. Zudem wird anschaulich der klimagerechte Waldumbau gezeigt. So werden die Besucher zu einer Waldfläche geführt, die vom Sturm im Jahr 2018 erheblich geschädigt worden war. Dort wurden nach der Beseitigung der Sturmschäden zahlreiche Eichen gepflanzt.
"Wir wissen, dass die Eiche besser mit Hitze und Trockenheit umgehen kann. Mit ihren tiefen Wurzeln kommt sie an tiefergelegene Wasserreservoirs heran", erläutert Padberg. In den ersten Wachstumsjahren kann sie sich aber oftmals nicht gegen andere Arten wie die Birke durchsetzen. "Da gilt es dann die Kräfte der Natur zu nutzen, aber gleichzeitig als Mensch steuernd einzugreifen, um da gewünschte Ziel zu erreichen." So habe sich über die Jahre ein Mischwald gebildet, erklärte Padberg.