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HessenErst friedlich, dann Böller - Frankfurter Demo aufgelöst

31.10.2026, 19:23 Uhr
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Tausende sind dem Aufruf der Initiative "Gen Z regelt" gefolgt. Über Stunden läuft der Protest friedlich, dann kippt die Stimmung. Am Ende sind mehrere Polizisten verletzt, die Demo wird aufgelöst.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Tausende Menschen sind in Frankfurt für mehr Investitionen in Bildung und Gesundheit und gegen die Einführung einer Wehrpflicht auf die Straße gegangen. Bei einem Demonstrationszug der Initiative "Gen Z regelt" zählte die Polizei in der Spitze rund 8.000 Personen, die Veranstalter sprachen von etwa 9.000 Protestierenden. Nachdem über mehrere Stunden alles weitgehend friedlich verlaufen war, änderte sich die Stimmung später. Am Ende wurde die Veranstaltung aufgelöst.

Poseck zieht erste Zwischenbilanz

Innenminister Roman Poseck (CDU) sprach am Abend davon, dass mehrere Polizisten verletzt worden seien. "Ein Beamter ist möglicherweise auch etwas schwerer verletzt, aber das bedarf noch der weiteren Aufarbeitung", sagte der Minister am frühen Abend in der Frankfurter Innenstadt.

Leider habe sich die Warnung bewahrheitet, dass sich linksextremistisches Gewaltpotenzial unter diese Demonstration mischen werde, sagte Poseck. "Wir gehen von ungefähr 100 linksextremistisch motivierten Gewalttätern aus. Diese haben die Polizei massiv angegriffen mit Flaschenwürfen, mit Steinen und mit Pyrotechnik."

Seinen Anfang hatte der Protest am Nachmittag an der Weseler Werft am Main in der Nähe der Europäischen Zentralbank (EZB) genommen. In Reden wurde unter anderem Kritik am Sparkurs bei Bildung und Gesundheit geäußert. Auf Plakaten forderten Teilnehmer mehr Perspektiven und mehr Gerechtigkeit für junge Menschen.

Bundesweite Proteste

Die Initiative "Gen Z regelt" setzt sich unter anderem für mehr Klimaschutz ein, fordert Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und positioniert sich gegen die Einführung einer Wehrpflicht. Bundesweit waren für diesen Samstag in mehr als 30 Städten Proteste angekündigt.

Auf der Homepage von "Gen Z regelt" konnte man mit einem einfachen Mausklick angeben, dabei sein zu wollen. Das hatten bis zum Protestbeginn um 14.00 Uhr zwar mehr als 182.100 Menschen getan. Die in den Städten offiziell angemeldeten erwarteten Teilnehmerzahlen waren allerdings deutlich niedriger. Deutschlandweit schlossen sich letztlich mehrere Zehntausend den Jugendprotesten an.

Aus Angst vor Ausschreitungen hatten viele Einzelhändler in den Innenstädten und vor allem in Luxus-Einkaufsstraßen größerer Städte vorsorglich ihre Schaufenster mit Holzplatten oder anderem verbarrikadiert - so auch in Frankfurt.

Aus zwei Kundgebungen wird eine

Angemeldet waren in der Main-Metropole zwei Kundgebungen gewesen. Laut Polizei wurde eine nach kurzer Zeit beendet und ein gemeinsamer Demozug gebildet. Die Veranstalter appellierten an die Teilnehmer, friedlich zu bleiben.

Der Start des Demozuges verzögerte sich kurz, weil sich einige Personen laut Polizei vermummt hatten. Dann ging es entlang des Mainkais Richtung Innenstadt. Die Polizei begleitete die Demo mit einem großen Aufgebot, auch eine Drohne war im Einsatz. In der Menge waren Sprechchöre ganz unterschiedlicher Gruppen zu hören, etwa "Wir steh'n auf" über "Merz muss weg" bis hin zu "Revolution" und "Viva Palästina".

Pyrotechnik, Böller und Steinwürfe

Im weiteren Verlauf wurden an mehreren Stellen in der Menge Pyrotechnik und Böller gezündet, einige Male stoppten die Beamten den Zug. In den Bereichen, in denen gezündet worden sei, werde der Aufzug enger begleitet, teilte die Polizei mit. Als es dunkel wurde, verstärkte die Polizei nach eigenen Angaben ihre Präsenz auf der Demo.

In der Nähe der Konstablerwache kam es laut Polizei dann zu gezielten Würfen von Böllern gegen Polizistinnen und Polizisten. Ein Wasserwerfer fuhr vor, die Stimmung heizte sich auf. Die Polizei sprach von Steinewürfen gegen den Wasserwerfer und gegen Beamte. "Wir setzen unseren Wasserwerfer gegen die Störer ein", schrieb die Polizei auf WhatsApp. Gegen 18.20 Uhr teilte sie mit, die Versammlung sei aufgrund des "unfriedlichen Verlaufs" aufgelöst worden.

In Hessen gab es eine weitere Kundgebung in Kassel. Hier versammelten sich am Nachmittag der Polizei zufolge zwischen 500 und 600 Menschen. Es sei alles friedlich geblieben, sagte ein Polizeisprecher.

Quelle: dpa

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