Regionalnachrichten

Hamburg & Schleswig-HolsteinAlsterschwäne zurück im Winterlager - "Risiko gering halten"

30.10.2026, 12:01 Uhr
image

Für die Hamburger Alsterschwäne ist die Zeit auf der Alster und ihren Nebenflüssen wieder vorbei. Ein Großteil der Tiere ist bereits wieder im Winterquartier. Dafür gibt es einen wichtigen Grund.

Hamburg (dpa/lno) - Die Hamburger Alsterschwäne sind in diesem Herbst ganz ohne großen Wirbel in ihr Winterlager zurückgekehrt. Stattdessen hat das Team des Hamburger Schwanenwesens die Tiere bereits einzeln eingesammelt und zum Winterquartier in Hamburg-Ohlsdorf gebracht, wie das Bezirksamt Hamburg-Nord mitteilte. Der Hauptgrund für die Aktion ohne die sonst übliche öffentliche Einsammelfahrt sind die ersten Fälle von Vogelgrippe in Norddeutschland, wie Schwanenvater Olaf Nieß sagte.

"Die größeren Ausbrüche der Vogelgrippe in der Geflügelhaltung in Schleswig-Holstein und zuletzt im Kreis Segeberg zeigen, wie wichtig ein vorausschauendes Handeln ist. So wollten wir das Risiko einer Ansteckung möglichst gering halten - mit Erfolg", erklärte Nieß. Rund 100 Alsterschwäne werden nun bis zum Frühjahr im Winterquartier vom 14-köpfigen Schwanenwesen-Team versorgt.

Erste Vogelgrippe-Fälle in Norddeutschland

Dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zufolge gab es in Norddeutschland in diesem Monat bereits drei Fälle von Vogelgrippe bei gehaltenen Vögeln und sechs bei wildlebenden Vögeln. Die Geflügelpest ist eine bei vielen Vogel- und Geflügelarten häufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit.

Mit der Brutsaison zeigte sich Olaf Nieß zufrieden. "Vor dem Hintergrund der vermehrten Vogelgrippe-Fälle in diesem Jahr freuen wir uns besonders, dass die Schwäne trotz ihrer verspäteten Rückkehr an ihre Brutplätze Nachwuchs bekommen haben." Konkrete Zahlen nennt der Schwanenvater nicht. Die Schwäne waren - auch aufgrund der Vogelgrippe - in diesem Jahr deutlich später aus dem Winterlager auf die Außenalster und ihre Kanäle entlassen worden.

Das 1674 als städtische Dienststelle eingeführte Schwanenwesen ist nicht nur für die Alsterschwäne zuständig, die in Hamburg als ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt gelten und deshalb besonders gehegt und gepflegt werden. Die Mitarbeitenden kümmern sich auch um hilflose Wildtiere, die im Stadtgebiet gefunden werden, und um den Umweltschutz rund um die Alster. Allein in diesem Jahr war das Team bereits zu rund 2.800 Wildtiereinsätzen ausgerückt, darunter auch vielen rund um die Vogelgrippe.

Quelle: dpa

Regionales