Dax nähert sich nach US-Zwischenwahlen Rekord
Der Dax hat viel Schwung vom Erfolg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen bekommen. In der Hoffnung auf einen außenpolitisch milderen Kurs der Vereinigten Staaten ließ der Leitindex nicht nur die Marke von 26.000 Punkten hinter sich, er erreichte auch fast sein Rekordniveau von Ende August. Stützend kamen positive Unternehmensberichte und sinkende Ölpreise hinzu.
Aus dem Handel ging der Dax 2,22 Prozent höher bei 26.437,67 Punkten. In der Spitze hatten dem Leitindex mit fast 26.542 Zählern nur noch 78 Punkte zur Bestmarke gefehlt. Der MDax legte um 1,41 Prozent auf 31.178,27 Zähler zu. Auch in New York waren die Kursgewinne beim Dow Jones Industrial ausgeprägt. Bei den Tech-Werten im Nasdaq 100 war die Reaktion durchwachsener.
Angeführt wurde der Index von Heidelberg Materials, die um 9,6 Prozent zulegten. Der Baustoffkonzern hat Umsatz und operatives Ergebnis im dritten Quartal kräftig gesteigert und seine Ziele für das laufende Jahr bekräftigt. Der Reifenhersteller Continental hat nach einem überraschend hohen Gewinn im Quartal das Jahresziel des operativen Gewinns erhöht, was der Aktie zu einem Plus von 5,2 Prozent verhalf. Gut kamen auch die Zahlen von Scout24 (+6,7%) an.
Trotz abermals gesenkter Prognose verbuchten BMW ein Plus von 5,5 Prozent. BMW habe mit der Entscheidung, sein Restrukturierungsprogramm und seine Portfolioänderungen zu intensivieren und zu beschleunigen, einen willkommenen Schritt getan, hieß es von der Citi.
Die Aktien der Deutschen Bank verbesserten sich um 6,9 Prozent. Marktteilnehmern zufolge hat Goldman Sachs die Titel in die Favoritenliste für November aufgenommen. Commerzbank rückten um 4,9 Prozent vor. Die Bank wird ihre Quartalszahlen am Donnerstag vorlegen.
Aktien mit KI-Bezug wurden hingegen gemieden. Anleger befürchteten, dass unter einem von den Demokraten dominierten US-Kongress der Ausbau von KI-Infrastruktur gebremst werden könnte. Infineon fielen um 4,1 Prozent, Siemens Energy um rund 8 Prozent und Aixtron um 6,3 Prozent.
Trump versprach Reichtum - die Amerikaner zahlen die Zeche
Am 2. April 2025 sollte die amerikanische Industrie wiedergeboren werden. Heute gibt es weniger Fabrikjobs als bei Trumps Amtsantritt, Diesel und Lebensmittel werden teurer, die Inflation zieht wieder an. Profitiert hat vor allem einer: die Börse. Die Wähler haben nachgerechnet.
Fahrermangel und hohe Benzinpreise stimmen Uber vorsichtig
Fahrermangel und teures Benzin machen den Fahrdienstvermittler Uber vorsichtig. Das US-Unternehmen stellte für das vierte Quartal einen bereinigten Gewinn von 95 bis 99 Cent je Aktie in Aussicht. Analysten hatten LSEG-Daten zufolge mit 1,06 Dollar gerechnet. Uber muss mehr Geld für die Gewinnung und Bindung von Fahrern ausgeben, während der Konzern zugleich Übernahmen und den Vorstoß bei autonomen Fahrzeugen finanziert. Die Uber-Aktie legte im frühen Handel dennoch um rund drei Prozent zu.
"In diesem Jahr fahren wir die Anreize für Fahrgäste herunter und nutzen dieses Geld, um Anreize für Fahrer zu finanzieren", sagte Vorstandschef Dara Khosrowshahi in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Höhere Kraftstoffpreise und Fahrerknappheit hätten das Wachstum auf mehreren internationalen Märkten belastet. Uber steht in Deutschland vor der Übernahme des Lieferdienstes Delivery Hero, für den der US-Konzern bis zu 13 Milliarden Euro ausgeben will.
Der Umsatz im abgelaufenen dritten Quartal stieg um zehn Prozent auf 14,77 Milliarden Dollar. Das war das langsamste Plus seit dem ersten Quartal 2021, übertraf jedoch die Analystenschätzung von 14,69 Milliarden Dollar.
KI-Boom in Gefahr? Warum 2027 für Tech-Konzerne zum Problemjahr werden könnte
In Zukunft werden alle Augen auf die KI und die Zukunft des Rechenzentrumsbaus gerichtet sein - insbesondere in Bundesstaaten wie Texas, Ohio und Georgia, die demokratische Gouverneure gewählt haben. Dieses Ergebnis "bedeutet neue Pausen und Einschränkungen" für die Entwicklung, schrieb ein Analystenteam von Evercore ISI. "Das Jahr 2027 zeichnet sich als ein turbulentes Jahr ab, da die Entwickler gezwungen sein werden, sich an eine veränderte politische Landschaft anzupassen."
Der bekannte KI-Bulle Dan Ives drückte es so aus: "Man kann es nicht beschönigen, dass die Übernahme der Kontrolle durch die Demokraten, insbesondere im Senat, in den nächsten zwei Jahren einige große Hürden für die KI- und Technologiegesetzgebung im Beltway schaffen wird."
Brichta: "Trumps Niederlage ist Geschenk für die Börse"
Nach den US-Zwischenwahlen werden auch an der Börse die Karten neu gemischt. Was bedeutet Trumps Machtverlust für die Aktienmärkte? Und was wird aus den Trump-Trades? ntv-Börsenreporter Raimund Brichta sieht im drohenden politischen Stillstand in den USA überraschende Chancen.
Wahlsieg der Demokraten beflügelt Wall Street
Die US-Börsen starten mit deutlichen Kursgewinnen in den Handel, nachdem bei den Wahlen zum US-Kongress die Demokratische Partei in beiden Häusern die Mehrheit erreicht hat. Der den Republikanern angehörende Präsident Donald Trump hat das Wahlergebnis akzeptiert. Der Dow-Jones-Index gewinnt 2,4 Prozent auf 53.010 Punkte. Der S&P-500 und der Nasdaq-Composite steigen um 1,7 und 2,0 Prozent.
Der Ölpreis fällt derweil weiter, was ebenfalls zur guten Stimmung beitragen dürfte. Das Barrel Brent ermäßigt sich um 3,0 Prozent auf 100,45 Dollar. Der Markt setzt offenbar weiter auf eine diplomatische Lösung im Iran-Krieg. Die Analysten von Capital Economics warnen jedoch, dass der Wahlsieg der Demokraten die geopolitischen Risiken erhöhen könnte. Die Preise könnten wieder kräftig anziehen, falls Präsident Trump die Angriffe auf iranische Ziele wieder aufnehmen sollte. Impulse für den Ölpreis könnten im Tagesverlauf von den wöchentlichen Daten zu den Rohölvorräten der USA kommen.
McDonald's überrascht mit Gewinnplus
Trotz eines Umsatzrückgangs in seinem Heimatmarkt hat McDonald's im vergangenen Quartal mehr verdient als erwartet. Der vergleichbare Umsatz im US-Geschäft sei um 0,2 Prozent gesunken, teilte die US-Schnellrestaurant-Kette mit. Grund für die Einbußen sei, dass finanziell unter Druck stehende Verbraucher seltener essen gehen. Es war der erste Umsatzrückgang für McDonald's in den USA nach fünf Quartalen mit Wachstum. Der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf derweil dank um rund vier Prozent gesunkenen Betriebskosten mit 3,57 Dollar die Markterwartungen von 3,38 Dollar .Bei den Anlegern kam das gut an: Die Aktie legte im vorbörslichen US-Handel um 2,4 Prozent zu.
Die Kundenfrequenz in den US-Restaurants ist nach Daten des Analyseunternehmens Placer.ai im abgelaufenen Quartal um 4,6 Prozent zurückgegangen. McDonald's versucht seit einiger Zeit, mit Sparmenüs und Angeboten für unter drei Dollar preissensible Kunden zurückzugewinnen. "Wir sind ermutigt von der Verbesserung im Laufe des Quartals nach unseren Maßnahmen im Niedrigpreissegment", erklärte Konzernchef Chris Kempczinski. Weltweit stieg der vergleichbare Umsatz um 1,5 Prozent und lag damit im Rahmen der Prognosen. Der Konkurrent Burger King meldete vergangene Woche, dank Rabatten und Sonderaktionen die Umsatzerwartungen übertroffen zu haben.
Lost in Vielfalt: "85 BMW-Modelle? Das ist absurd - deutsche Autobauer haben sich verzettelt"
BMW hat seine Gewinnprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt. Das wirft eine grundsätzliche Frage auf: Ist die Modellvielfalt der deutschen Premiumhersteller zu einem gefährlichen Wettbewerbsnachteil mutiert?
Allein in Deutschland bietet BMW 85 Modelle an. Was Kunden Auswahl beschert, treibt gleichzeitig die Kosten: kleinere Stückzahlen, kompliziertere Produktion, teurere Logistik.
Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet vor, wie das die Bilanz verhagelt: Laut seinen Berechnungen kommt BMW in den ersten neun Monaten auf eine Bruttomarge von 14 Prozent, Tesla dagegen, mit seiner Plattformstrategie, das heißt mit einer fokussierten Produktstrategie mit extremer Standardisierung auf 19 Prozent. Übersetzt heißt das: Von 100 Euro Umsatz bleiben BMW nach Abzug der unmittelbaren Produktionskosten 14 Euro, Tesla 19 Euro – noch bevor etwa Entwicklung und Verwaltung bezahlt sind.
Weniger Modell-Wirrwarr, mehr Rendite? Die deutschen Autobauer müssen womöglich umdenken.
Fraport lässt sich vom Iran-Krieg nicht ausbremsen
Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hält trotz des Iran-Kriegs und der Kerosinpreis-Krise an seinen Erwartungen für 2026 fest. An Deutschlands größtem Airport dürfte die Zahl der Fluggäste auf dem Niveau der 63,2 Millionen aus dem Vorjahr verharren, teilte das im MDax gelistete Unternehmen mit. Im Oktober zählte Fraport etwa so viele Passagiere wie ein Jahr zuvor, in den ersten zehn Monaten waren es sogar 0,2 Prozent weniger, wie aus einer Präsentation für Analysten hervorgeht.
Im dritten Quartal steigerte Fraport den Umsatz im Jahresvergleich um 3,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) wuchs nur dank eines Anteilsverkaufs um 0,4 Prozent auf 595 Millionen Euro, wie das Unternehmen bereits im Oktober mitgeteilt hatte. Der Überschuss ging um fast ein Viertel auf 263 Millionen Euro zurück.
Rückenwind verzeichnet Fraport von seinen Flughäfen im Ausland: Dank der dortigen Zuwächse lag das Fluggastaufkommen in den ersten neun Monaten konzernweit erstmals über dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019
Krämer: Trumps Ärger verspricht "nichts Gutes" für Dax
Die Wahl-Niederlage der Republikaner macht Donald Trump zu einer "Lame Duck" - das könnte die Aktienkurse beeinflussen, wenn der US-Präsident sich "in der Außenpolitik mehr denn je austobt", meint Ökonom Jörg Krämer. Für ntv ordnet er mögliche Zölle und Kriegsvorgehen ein.
Kryptomarkt reagiert gelassen auf Wahlausgang
Der Kryptomarkt hat weitgehend unbeeindruckt und gelassen auf den Wahlerfolg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen (Midterms) reagiert. Entgegen mancher Befürchtungen blieb ein Kursrutsch aus: Zwar fiel der Kurs des Bitcoin nach den ersten Hochrechnungen unter 76.000 US-Dollar, legte dann aber sogar leicht zu und kletterte wieder in Richtung der Marke von 78.000 US-Dollar. Auch führende Digitalwährungen wie Ether, Solana oder der Binance-eigene Token BNB verzeichneten moderate Kursgewinne.
Dass die Märkte die Nachricht so ruhig aufnahmen, liegt Händlern zufolge vor allem daran, dass der Ausgang der Abstimmung an den Finanzmärkten keine Überraschung mehr war. Auf Krypto-Wett- und Prognoseplattformen wie Polymarket war ein Stimmenzuwachs der Demokraten bereits im Vorfeld mit Wahrscheinlichkeiten von teils über 90 Prozent nahezu vollständig eingepreist worden.
Gleichwohl bedeutet der Wahlausgang für die Krypto-Branche eine veränderte politische Gemengelage in Washington. In den maßgeblichen Ausschüssen des US-Kongresses - etwa im Bankenausschuss des Senats - dürften nun wieder Politiker den Ton angeben, die Digitalwährungen traditionell deutlich skeptischer gegenüberstehen als viele Republikaner. Branchenbeobachter rechnen daher damit, dass parlamentarische Vorstöße für industriefreundliche Regeln und Initiativen wie der "CLARITY Act" künftig auf deutlich größere Hürden stoßen werden.
Inflation im Euro-Raum steigt auf 4,0 Prozent -
Die hohen Energiepreise haben die Teuerung im Euro-Raum auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen im Oktober um 4,0 Prozent, nach 3,8 Prozent im September, wie das EU-Statistikamt auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten damit gerechnet. Eine Vier vor dem Komma bei der Inflationsrate hatte es zuletzt im September 2023 gegeben, als sich insbesondere Lebensmittel stark verteuerten. Nunmehr ist Energie der Preistreiber Nummer eins: Sie verteuerte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 20,8 Prozent. Im September hatte die Steigerungsrate bei 18,9 Prozent gelegen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) warnte jüngst vor steigender Inflationsgefahr im Zusammenhang mit dem andauernden Ölpreisschock infolge des Iran-Krieges. Nachdem sie zuletzt eine Zinspause eingelegt hat, dürfte sie sich im Dezember mit der dritten Erhöhung im laufenden Jahr gegen den Preisauftrieb stemmen.
Signale in diese Richtung kamen jüngst auch von Bundesbankchef Joachim Nagel. Er nannte eine Zinserhöhung im Dezember "aus heutiger Sicht sehr wahrscheinlich notwendig". Das EZB-Ratsmitglied betonte, der Inflationsausblick habe sich zuletzt verschlechtert.
Benzinpreis für E10 fällt wieder unter 2 Euro
Wer Superbenzin der Sorte E10 tankt, hatte gute Chancen, dies für weniger als zwei Euro pro Liter zu tun. Am Vormittag lag der bundesweite Durchschnittspreis laut Zahlen des ADAC bereits um 10.00 Uhr bei 1,979 Euro. Damit setzt sich der Preisrückgang für Benzin fort.
Ob der Preis auch im bundesweiten Tagesdurchschnitt unter 2 Euro bleibt, ist allerdings zweifelhaft. Seit Einführung der 12-Uhr-Regel im April folgt der Preis meist einem typischen Muster mit einem starken Anstieg in der Mittagszeit und einem sukzessiven Rückgang bis zum Tiefpunkt am späten Nachmittag. 10.00 Uhr ist in diesem Muster in der Regel ein recht günstiger Zeitpunkt zum Tanken.
Schon am Dienstag war E10 kurz unter die Marke von 2 Euro gefallen. Mit 1,995 Euro im Tagestief um 11.45 allerdings noch schwächer.
Rohstoffpreise belasten Continental
Continental stemmt sich gegen die steigenden Rohmaterial-Preise und den schwachen Automarkt. Im dritten Quartal bröckelte der Umsatz im Reifengeschäft - dem verbleibenden Kerngeschäft - um 1,5 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro, wie der Autozulieferer mitteilte. Das bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich aber um knapp sieben Prozent auf 514 Millionen Euro, die bereinigte Rendite vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) kletterte damit auf 14,9 Prozent.
Unter dem Strich schrieb Continental mit 349 Millionen Euro wieder schwarze Zahlen, nachdem die Abspaltung der Autozuliefer-Sparte Aumovio und der Verkauf der Originalteile-Sparte OESL vor Jahresfrist zu einem Verlust von 756 Millionen Euro geführt hatten. Continental hatte das Geschäft mit Gummi-Produkten für Automobilhersteller (OESL) im Frühjahr verkauft und sich im Sommer auch von der Kunststofftechnik-Sparte ContiTech getrennt. Diese geht für vier Milliarden Euro an den Finanzinvestor Lone Star, der Verkauf ist aber noch nicht abgeschlossen.
Dewayne zu Midterms: "Zwei Szenarien sind jetzt denkbar"
Donald Trump erkennt die Wahlniederlage seiner Republikaner an. Gleichzeitig droht der US-Präsident den Demokraten bereits mit seinem Veto. Kompromiss oder Konfrontation? ntv-Börsenreporter Patrick Dewayne erklärt, worauf sich die Finanzmärkte in den USA politisch einstellen müssen.
Gold-Investoren bewerten US-Zwischenwahlen
Der Goldpreis bleibt unter Druck. Während Anleger die sich abzeichnenden Ergebnisse der US-Zwischenwahlen vorsichtig bewerten, rutscht er zunächst auf 3900 Dollar ab, zieht dann aber wieder leicht an.
Die entscheidende Frage sei, ob das Wahlergebnis das makroökonomische Umfeld stark genug verändere, um eine Trendwende bei Gold auszulösen, oder ob es einem ohnehin volatilen Anlageumfeld lediglich eine weitere Ebene der Unsicherheit hinzufüge, kommentiert Priyanka Sachdeva von Phillip Nova. Während sinkende Ölpreise eine gewisse Entlastung von den Inflationssorgen böten, begrenzten hohe Renditen von Staatsanleihen, ein relativ fester US-Dollar und die Erwartung einer weiteren Straffung durch die US-Notenbank weiterhin die Erholung des Goldpreises, fügt sie hinzu.
Vor diesem schwachen Hintergrund könnte Klarheit über die Zwischenwahlen allmählich überzeugte Käufer anziehen. Bis dahin dürften es viele Marktteilnehmer vorziehen, an der Seitenlinie abzuwarten, bis größere Gewissheit über die Renditen, den US-Dollar und die Risikostimmung bestehe, bevor sie neues Kapital investieren, so die Analystin weiter.
Baustoff-Riese meldet Gewinnplus
Heidelberg Materials hat im dritten Quartal dank der Nachfrage in Europa und Nordamerika den operativen Gewinn gesteigert. Von Juli bis September legte das Betriebsergebnis (RCO) um neun Prozent auf 1,28 Milliarden Euro zu, wie der Baustoffkonzern mitteilte. Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Die Zahlen übertrafen damit leicht die Schätzungen der vom Unternehmen befragten Analysten: Sie hatten im Schnitt mit einem RCO von 1,24 Milliarden Euro und 6,2 Milliarden Euro Umsatz gerechnet.
Ölpreise ziehen wieder an
Die Verunsicherung der Anleger über die künftige Politik Washingtons im Iran-Krieg nach den US-Zwischenwahlen stützt die Preise am Ölmarkt. Die Nordsee-Rohölsorte Brent und US-Leichtöl WTI verteuern sich um jeweils knapp ein halbes Prozent auf 103,85 und 96,19 Dollar je Fass (159 Liter). Damit machten die Preise ihre Verluste vom Vortag teilweise wett, als sie auf den tiefsten Stand seit fast vier Wochen gefallen waren.
Die Demokraten errangen bei den Wahlen die Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses. Dies schürt an den Märkten die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Regierung unter Präsident Donald Trump im Krieg mit dem Iran. "Die widersprüchlichen Signale von Präsident Trump - mal Militärschläge, mal Äußerungen zur Deeskalation - haben es für Händler schwierig gemacht, eine klare Richtung zu erkennen", sagte Priyanka Sachdeva, Chefanalystin bei Phillip Nova. Einige Gewinnmitnahmen seien gerechtfertigt. "Die zugrunde liegenden Risiken einer Lieferunterbrechung an der Straße von Hormus sind jedoch nicht verschwunden."
Dax zeigt sich stabil
Der Dax startet mit leichten Aufschlägen in das heutige Wochenmittegeschäft. Der deutsche Börsenleitindex, der gestern mit einem Abschlag von 0,5 Prozent und mit 25.865 Punkten geschlossen hatte, notiert aktuell im Bereich von 25.900 Zählern. Die US-Zwischenwahlen mit den überraschend deutlichen Gewinnen der Demokraten sind laut Börsianern das bestimmende Thema am Markt.
Anleger sehen Tech-Branche bedroht
An den ostasiatischen Aktienmärkten geht es uneinheitlich zu. Hauptthema ist die Zwischenwahl in den USA. Dort zeichnet sich ein klarer erdrutschartiger Sieg der Demokraten ab, womit sie sowohl im Repräsentantenhaus wie auch im Senat die Mehrheit erringen könnten. Das würde Präsident Donald Trump das Regieren zumindest erschweren. Politische Beobachter wiesen aber schon vor der Wahl darauf hin, dass Trump vielfach einfach mit Dekreten agiert und so den Kongress praktisch umgeht.
Die "Bedrohung für die Tech-Branche" scheine das Hauptthema zu sein, das sich aus den US-Wahlergebnissen ergebe, kommentiert Sean Callow, Währungsstratege bei ITC Markets. An der stark technologielastigen Börse in Seoul geht es um 0,3 Prozent nach unten, wobei sich das Minus im Handelsverlauf deutlich verringert hat. Samsung Electronics geben um 2,7 Prozent nach, SK Hynix um 3,7 Prozent.
In Tokio sackt der Topix nach der Feiertagspause um 1,5 Prozent ab. Auch hier werden Halbleiteraktien verkauft. Die Aktie von Japans wertvollstem Chip-Hersteller Kioxia verliert über elf Prozent, Advantest-Titel mehr als sieben Prozent. n Sydney büßt der S&P/ASX-200 rund 0,6 Prozent ein. An den chinesischen Börsen in Shanghai und in Hongkong zeigen sich die Leitindizes gut behauptet.
Gewinneinbruch bei BMW
BMW hat im Sommerquartal wegen des Zusammenbruchs des chinesischen Automarkts weniger Gewinn und Umsatz erwirtschaftet. Die Erlöse schrumpften um 5,8 Prozent auf 30,45 Milliarden Euro, wie der Autobauer mitteilte. Der Betriebsgewinn sank um 29,7 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. Die für das Unternehmen wichtige Gewinnmarge im Autogeschäft reduzierte sich um 1,8 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. In den USA und in Europa verkaufte BMW zwar mehr Autos als vor Jahresfrist, das konnte den Rückgang in China allerdings nur zum Teil ausgleichen.
Bereits gestern hatte BMW die Prognose zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt und rechnet nun nur noch mit einer Marge im Autogeschäft von plus/minus 0,5 Prozent. Dabei spielen Abschreibungen eine Rolle, die im vierten Quartal verbucht werden sollen. Der neue BMW-Chef Milan Nedeljkovic räumt im Portfolio auf und nimmt einige ältere Elektromodelle vorzeitig vom Markt.
Vonovia muss neuen Finanzchef suchen
Der langjährige Finanzchef Philip Grosse kehrt Vonovia den Rücken. Grosse habe den Aufsichtsrat darüber informiert, seinen Ende 2027 auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen, teilte der Immobilienriese mit. Mit seiner frühzeitigen Entscheidung lasse Grosse dem Konzern ausreichend Zeit, die Nachfolge zu regeln. Vonovia sei zuversichtlich, die Nachfolge in Kürze bekannt zu geben. Grosse war 2016 beim später von Vonovia übernommenen Immobilienkonzern Deutsche Wohnen zum Finanzvorstand berufen worden, im Januar 2022 rückte er als Finanzchef in den Vorstand Vonovias auf.
Dax mit Abschlägen erwartet
Der Dax wird mit Verlusten in den Handel starten. Gestern hatte der deutsche Leitindex 0,5 Prozent tiefer bei 25.865 Punkten geschlossen. Die Indizes an der Wall Street zeigten sich uneinheitlich, während die Ölpreise nur schwer eine Richtung fanden.
Verdauen müssen die Märkte die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen. Präsident Donald Trump hat eine krachende Niederlage eingefahren, denn die oppositionellen Demokraten erobern übereinstimmenden Medienprognosen zufolge die Mehrheiten in beiden Kongresskammern.
AMD-Rekord weckt Fantasie
Die rasant wachsende Nachfrage nach KI-Spezialprozessoren verhilft AMD zu einem überraschend deutlichen Umsatz- und Gewinnsprung. "Wir haben ein Rekordquartal erzielt, in dem der Umsatz unsere Prognose übertroffen hat", sagte Lisa Su, die Chefin des Halbleiter-Herstellers,. Ein Ende dieses Trends sei nicht in Sicht. "Wir sind zuversichtlich, dass wir in den kommenden Jahren ein sehr starkes Umsatzwachstum beibehalten und unsere Ertragskraft weiter steigern können.
Anleger reagierten mit Käufen auf die Zahlen und den optimistischen Ausblick. Die AMD-Aktie legte im nachbörslichen Handel an der Wall Street um 7,5 Prozent zu. In ihrem Windschatten verteuerten sich die Papiere der Wettbewerber Intel und Nvidia um jeweils etwa zwei Prozent.
AMD steigerte den Umsatz im dritten Quartal eigenen Angaben zufolge um 45 Prozent auf 13,38 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit Chips für Rechenzentren habe sich auf 8,55 Milliarden Dollar nahezu verdoppelt. Der bereinigte Gewinn lag mit 2,09 Dollar je Aktie ebenfalls über den Markterwartungen. Vor diesem Hintergrund stellte das US-Unternehmen für das laufende Vierteljahr Erlöse von rund 17 Milliarden Dollar, plus/minus drei Prozent, in Aussicht. Diese Zahlen bestärkten die Optimisten in ihrer Erwartung eines fortgesetzten KI-Booms, sagte Analyst Bob O'Donnell vom Research-Haus TECHnalysis.
Gesamtmetall sieht weitere 300.000 Jobs in Gefahr
Angesichts der anhaltend schwachen Auftragslage und hoher Produktionskosten in vielen Firmen rechnet der Arbeitgeberverband Gesamtmetall mit einer Beschleunigung des Jobabbaus in der Metall- und Elektroindustrie. "Seit 2019 hat die Deindustrialisierung allein in der Metall- und Elektro-Industrie 350.000 Arbeitsplätze gekostet. Das entspricht einem Wertschöpfungsverlust von jährlich 42 Milliarden Euro für die deutsche Volkswirtschaft. Angesichts der Unterauslastung sind weitere 300.000 Arbeitsplätze allein in der M+E-Industrie in den nächsten zwei bis drei Jahren bedroht", sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander der "Bild"-Zeitung. Das entspreche einem weiteren Wertschöpfungsverlust von 35 Milliarden Euro pro Jahr, betonte Zander demnach. Mit dann nur noch 3,4 Millionen Beschäftigten wäre das laut Zander "der niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung 1990".
Zander warnte zugleich die IG Metall davor, angesichts der sich weiter verschlechternden Lage zu einer Eskalation des Tarifkonflikts beizutragen, so die Zeitung weiter. "Die Lage ist katastrophal, die Unternehmen kämpfen vielfach um das Überleben und eine Besserung ist nicht in Sicht. Die IG Metall-Forderung von fünf Prozent für zwölf Monate ist deshalb unverantwortlich", sagte Zander dem Blatt.
Sorgen um Ausbau von KI-Rechenzentren
Unter Anlegern machen sich wegen des möglichen Ausgangs der US-Zwischenwahlen zunehmend Sorgen um dem Ausbau von KI-Rechenzentren Breit. Ein möglicher Sieg des Demokraten John Talarico in Texas könnte die Chip-Aktien belasten, sagt Kim Seok-hwan, Analyst bei Mirae Asset Securities. Dies schüre die Sorge vor strengeren Vorschriften für den Bau von KI-Rechenzentren in einem der am schnellsten wachsenden Märkte der USA. "Wenn Texas nach dem Vorbild New Yorks ein Moratorium für Rechenzentren verhängt, könnten sich Projekte weiter verzögern", so Kim. "Die heutige Marktreaktion spiegelt eindeutig die Sorgen und die Unsicherheit in diesen Fragen wider."
EU und Großbritannien vor Einigung auf Handelserleichterungen
Die Europäische Union und Großbritannien stehen offenbar vor einer Einigung über weitreichende Handelserleichterungen. Beide Seiten wollten die Grenzkontrollen für Lebensmittel weitgehend abschaffen und ihre Systeme für den Emissionshandel verbinden, berichtete das "Handelsblatt". Zudem solle jungen Menschen ermöglicht werden, bis zu drei Jahre im jeweils anderen Wirtschaftsraum zu leben und zu arbeiten. Das gehe aus dem Entwurf einer gemeinsamen Erklärung für den EU-UK-Gipfel am 20. November hervor. Die Verhandlungen über die drei Abkommen seien schon abgeschlossen. Das Gesamtpaket stehe aber noch unter Vorbehalt.
"Ausverkauf muss nicht von Dauer sein"
Die Aussicht auf überraschende Erfolge der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen verschreckt die Anleger und setzt die Märkte unter Druck. Die US-Aktienfutures geben nach, während Staatsanleihen zulegen und der Dollar verliert. In North Carolina eroberte der Demokrat Roy Cooper einen bisher von den Republikanern gehaltenen Senatssitz und versetzte damit Präsident Donald Trump und seiner Partei einen schweren Schlag. Die Demokraten sind zudem auf Kurs, die Mehrheit im US-Repräsentantenhaus zu erlangen.
Anleger bereiten sich zudem auf eine strengere Regulierung in Bereichen wie Künstlicher Intelligenz (KI) sowie auf einen möglichen legislativen Stillstand vor. "Die Märkte scheinen die Möglichkeit eines stärker als erwarteten Abschneidens der Demokraten einzupreisen, was die Erwartungen an weitere Konjunkturimpulse dämpfen könnte", sagt Charu Chanana, Anlagestrategin bei Saxo in Singapur. Der stärkere Rückgang der Nasdaq-Futures spiegele die Sorge wider, dass ein politischer Machtwechsel zu einer schärferen Aufsicht über KI und große Technologiekonzerne führen könnte. "Niedrigere Anleiherenditen könnten jedoch schließlich für eine gewisse Entlastung sorgen, sodass der anfängliche Ausverkauf nicht unbedingt von Dauer sein muss", fügt sie hinzu.
In Tokio gibt der Nikkei-Index 4,5 Prozent auf 60.269,56 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notiert 3,2 Prozent niedriger bei 3804,53 Zählern. Der Shanghai Composite bleibt fast unverändert bei 3604,37 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stagniert bei 4.010,35 Punkten.
Das ist los im frühen Devisenhandel
Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,7 Prozent auf 157,60 Yen und legt 0,2 Prozent auf 6,6843 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,8 Prozent niedriger bei 0,8138 Franken. Parallel dazu steigt der Euro um 0,5 Prozent auf 1,1252 Dollar und gibt um 0,3 Prozent auf 0,9157 Franken nach.
Der große Knall
Im bisherigen Wochenverlauf hat sich der Dax kaum bewegt. Dem Plus von 0,6 Prozent auf 25.981 Punkten vom Wochenstart ließ der deutsche Börsenleitindex im gestrigen Geschäft ein Minus von 0,5 Prozent auf 25.865 Zähler folgen. Marktteilnehmer verwiesen auf Absicherungen vor den US-Zwischenwahlen. Gleichzeitig zogen auch die Ölpreise wieder an, was Händler aber als Gegenreaktion auf den Einbruch vom Montag werteten.
Neben den sich im weiteren Tagesverlauf abzeichnenden Ergebnissen der US-Zwischenwahlen schauen die Anleger zur heutigen Wochenmitte wieder auf die Preise. So dürfte die Inflation in der Eurozone im Oktober weiter gestiegen sein - und damit die Europäische Zentralbank (EZB) zu einer weiteren Zinserhöhung veranlassen. Eurostat legt die Daten zu den Verbraucherpreisen vor. Ökonomen gehen davon aus, dass die Jahresteuerung auf 4,0 Prozent geklettert sein dürfte, nach 3,8 Prozent im September. Die EZB sieht aber nur einen Wert von zwei Prozent mittelfristig als ideal für die Konjunktur im Euroraum an. Die Finanzmärkte gehen deshalb davon aus, dass die Zentralbank im Dezember ihren Leitzins von 2,50 Prozent auf 2,75 Prozent erhöht.
Unternehmensseitig richtet sich das Augenmerk der Anleger wieder auf den Autosektor, denn als letzter börsennotierter deutscher Autobauer legt BMW Geschäftszahlen für das dritte Quartal vor. Wie bei Mercedes-Benz und Volkswagen dürfte auch BMW unter dem Zusammenbruch des chinesischen Marktes gelitten haben. In Europa und in den USA dürfte es dagegen für das Unternehmen besser gelaufen sein.
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