Bayer-Tochter pocht auf "Roundup"-Vergleich
Im US-Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Roundup hat sich das zuständige Gericht im Bundesstaat Missouri mit dem vorgeschlagenen Sammelvergleich von Bayer befasst. Die Bayer-Tochter Monsanto forderte dabei den Richter auf, den vorgeschlagenen Vergleich in Höhe von 7,25 Milliarden Dollar zu genehmigen. Das Unternehmen erklärte, es gebe keinen anderen Weg, den Rechtsstreit beizulegen. Mit der Einigung will der Agrar- und Pharmakonzern Zehntausende Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken durch das glyphosathaltige Mittel beilegen. Eine sofortige Entscheidung wurde nicht erwartet.
Richter Timothy Boyer hatte den Vergleich im März bereits vorläufig genehmigt. Bei der Anhörung in St. Louis sollten auch Kritiker zu Wort kommen. Einige Klägeranwälte argumentieren, die Summe sei zu gering und die Vereinbarung benachteilige ihre Mandanten. Befürworter sehen in dem Vergleich dagegen den besten Weg zu einer sicheren Entschädigung. Der Plan sieht vor, dass Bayer über bis zu 21 Jahre maximal 7,25 Milliarden Dollar zahlt. Betroffene sollen je nach Schwere der Erkrankung, Alter bei der Diagnose und Art der Nutzung zwischen 10.000 und 165.000 Dollar erhalten. Wie viele Kläger sich von dem Vergleich ausnehmen lassen, steht dem Konzern zufolge noch nicht fest.
Steigende Energiepreise sind größtes Inflationsrisiko
Wenn die Energiepreise weiter steigen, wirkt sich das unmittelbar auf die Teuerungsrate aus: Bei einem Anstieg der Öl- und Gaspreise um jeweils 10 Prozent könnte die Gesamtinflation in Deutschland um bis zu 0,22 Prozentpunkte zunehmen, heißt es in einer Studie der Brüsseler Denkfabrik New Economics Foundation (NEF). Zudem modellierten die Forscher einen Anstieg der Öl- und Gaspreise um 50 Prozent. Ihren Berechnungen zufolge könnte ein solcher Anstieg die ohnehin vorhandene Inflation in Europa im folgenden Jahr um bis zu 1,8 Prozentpunkte erhöhen. Laut der Analyse stellt ein Anstieg der Preise für fossile Brennstoffe in fast allen Ländern Europas das größte Inflationsrisiko dar.
Der Ausbau heimischer Wind- und Solarenergie zur Abwendung der Klimakrise sei daher zugleich entscheidend, um die Inflation zu begrenzen. Maike Schmidt von der NEF sagt: "Der Preis fossiler Brennstoffe war in den vergangenen 50 Jahren der Auslöser für die meisten großen Phasen hoher Inflation in Europa - vom OPEC-Embargo in den 1970er-Jahren über den Einmarsch Russlands in die Ukraine bis hin zu den Angriffen der USA und Israels auf den Iran." Die Abhängigkeit von den volatilen Preisen für Öl und Gas zu beenden, sei der einzige Weg, die Inflation auf dem gesamten Kontinent zu begrenzen.
Asien-Börsen auf Richtungssuche
Mit Verlusten zeigen sich die asiatischen Aktienmärkte. Sie folgen damit den negativen Vorgaben der Wall Street. Dort hatte die Diskussion um eine stärkere Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) vor allem den Technologiesektor belastet, was aber am Montag an den ostasiatischen Märkten bereits vorher gespielt wurde. Dazu kommen wieder steigende Ölpreise, was Inflationssorgen schürt.
Marktteilnehmer sprechen auch von Zurückhaltung im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch. Eine Zinserhöhung gilt weitgehend als sicher. Wichtig dürften daneben mögliche Aussagen von US-Notenbankpräsident Kevin Warsh zum weiteren Zinspfad werden.
Für den Topix in Tokio geht es um 0,7 Prozent nach unten. Chipwerte geben nur noch leicht nach: Tokyo Electron und Renesas kommen um je ein halbes Prozent zurück, Advantest um 1,8 Prozent. Softbank können sich dagegen um 7,8 Prozent kräftig erholen, Kioxia machen 0,9 Prozent gut. Der technologielastige Kospi in Seoul gibt um 0,8 Prozent nach. Hier zeigen sich die beiden Schwergewichte SK Hynix und Samsung Electronics kaum bewegt nach den Vortagesverlusten.
BYD drängt auf europäischen LKW-Markt
BYD will im kommenden Jahr seinen ersten Schwerlaster "ETT 44" in Europa einführen und plant langfristig auch eine Lkw-Produktion. "Langfristig werden wir alles, was wir in Europa verkaufen, hier produzieren", sagte Stella Li, die BYD-Vizechefin, die für das internationale Geschäft verantwortlich ist.. "Wir arbeiten an den Details, das dauert eine Weile." Auf der Messe präsentierte BYD das künftige "Flaggschiffmodell" seiner Nutzfahrzeuge. Der Lkw ETT 44 soll ab dem zweiten Quartal 2027 ausgeliefert werden.
BYD wolle aber nicht nur die vorerst in China gebauten und von dort importierten Fahrzeuge verkaufen, sondern Flottenkunden ein ganzes Paket zusammen mit Dienstleistungen von der Finanzierung über eigene, mit Solarstrom betriebene Ladestellen bis hin zu einem Werkstattnetz mit mobilen Pannenhelfern anbieten. "Wir wollen den Kunden ein ganzes Geschäftsmodell offerieren", sagte Li. Der weltweit größte Elektroautohersteller BYD gehört im Pkw-Geschäft zu den schnell wachsenden Konkurrenten aus China in Europa.
Dax zwischen ZEW und Fed
Der Dax wird mit Verlusten in den Handel starten. Zum Wochenanfang hatten hohe Ölpreise und neue Sorgen um die Sicherheit von Künstlicher Intelligenz (KI) den deutschen Leitindex um 0,5 Prozent auf 25.441 Punkte gedrückt. Die Unsicherheit um die weitere KI-Entwicklung hatte auch die Wall Street belastet. Anleger haben weiter die Lage im Nahen Osten und die Energiepreise im Blick. Zunehmend rückt auch die erwartete geldpolitische Straffung der US-Notenbank Fed um einen Viertelprozentpunkt an diesem Mittwoch in den Fokus.
Auf Konjunkturseite steht der ZEW-Index an. Experten erwarten, dass das vom Mannheimer Forschungsinstitut ZEW erhobene Barometer trotz steigender Energiepreise im September den fünften Monat in Folge zulegen wird, und zwar auf 40 Zähler von zuvor 34,2 Punkten.
Order-Run auf neuen BMW iX3
Ein Jahr nach der Premiere des neuen BMW iX3 haben allein in Europa 100.000 Kunden das Fahrzeug bestellt. Das ist dem Konzern zufolge der beste Start eines Modells der Münchner im ersten Jahr der Verfügbarkeit. Auch in anderen Märkten wie China, wo der iX3 seit kurzem bestellbar ist, sehe man großes Interesse an dem E-Auto. Dort nennt BMW aber keine konkreten Zahlen.
"100.000 Bestellungen innerhalb eines Jahres sind ein großartiger Start für die Neue Klasse, deren Roll-out weiter an Geschwindigkeit gewinnt", sagt Vertriebsvorstand Jochen Goller. "Dies gibt uns zusätzlichen Antrieb für die Zukunft der Elektromobilität." Bis Ende 2027 will BMW insgesamt 40 neue und überarbeitete Modelle mit Technologien der Neuen Klasse auf den Markt bringen. Ende des Monats starten die Bestellungen für den i3, das nach dem iX3 zweite Modell.
Weltweit hat BMW vergangenes Jahr knapp 2,17 Millionen Fahrzeuge seiner Kernmarke ausgeliefert. 336.000 davon waren reine Elektroautos. Im Vergleich zeigt sich die Bedeutung der 100.000 bestellten iX3 allein in Europa deutlich.
E-Brummis fahren vor
In Hannover eröffnen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies und VDA-Chefin Hildegard Müller die Nutzfahrzeugmesse IAA Transportation. Von den 1700 Ausstellern kommt die größte ausländische Gruppe aus China. Deren Hersteller drängen auf den europäischen Markt für Elektro-Lastwagen, dessen Anteil an den Neuzulassungen mit gut fünf Prozent noch gering ist. Zwar bieten Hersteller wie Daimler Truck, MAN und Volvo bereits E-Modelle an, der Absatz leidet jedoch unter einem Mangel an Stromtankstellen. Im Rahmen der Messe soll daher der Startschuss für den Aufbau eines Lkw-Schnellladenetzes fallen.
"Märkte dürften sich weiter auf das Risiko konzentrieren"
Spannungen im Nahen Osten und ein steigender Ölpreis belasten die asiatischen Börsen. Ein neuer Angriff der vom Iran unterstützten Huthi-Milizen im Jemen auf Saudi-Arabien schürt Sorgen vor Lieferengpässen bei Rohöl. Zudem halten sich Anleger vor den mit Spannung erwarteten Zinsentscheidungen in den USA und Japan zurück. Auch die Debatte über eine langsamere Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) sorgt für Verunsicherung.
Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gibt leicht nach. Die Börse in Tokio legt hingegen 0,9 Prozent zu, während die Börse in Shanghai leicht gewinnt. "Die Märkte dürften sich weiterhin auf das Risiko konzentrieren, dass höhere Rohölpreise den Inflationsdruck erhöhen und wiederum die Zinsen in die Höhe treiben könnten", sagt Analyst Yokoo Akihiko von der Mitsubishi UFJ Bank.
Kanada auf Investorensuche - Warnungen vor Ausverkauf
Kanadas Premierminister Mark Carney wirbt um internationale Investoren, um die heimische Wirtschaft durch den Handelsstreit mit den USA zu steuern. Bei einem Gipfeltreffen ab Montag will der ehemalige Zentralbankchef und Goldman-Sachs-Manager viele Milliarden Dollar an Kapital für mehr als 160 Projekte anwerben. Eingeladen sind einem Insider zufolge etwa die Chefinnen und Chefs großer Finanzfirmen wie Blackrock und Blackstone, des singapurischen Staatsfonds Temasek und des niederländischen Pensionsfonds APG Groep.
Die Gespräche, die schwerpunktmäßig am Dienstag stattfinden, sollen den Weg für künftige Investitionen ebnen. Bis zum Abschluss größerer Geschäfte dürften aber zwölf bis 18 Monate vergehen, verlautete aus Regierungskreisen. Carney will in den kommenden fünf Jahren Investitionen in Höhe von einer Billion kanadischer Dollar (620 Milliarden Euro) anlocken. Geplant sind Projekte in den Bereichen Bergbau, Energie, Technologie und Infrastruktur. Die Investoren, die mehr als 120 Billionen kanadische Dollar verwalten, würden sich das Angebot genau ansehen, da die Welt nun mit anderen Augen auf Kanada blicke, sagte Carney am Sonntag.
Die Gewinnung von ausländischem Kapital ist für Kanadas Wirtschaft enorm wichtig, um die Zölle der USA – Kanadas wichtigstem Handelspartner – abzufedern. US-Präsident Donald Trump hat nach dem Scheitern von Handelsgesprächen Kanada mit Zöllen von 50 Prozent auf Autos, Lastwagen, Autoteile und Stahl gedroht. Carney bemüht sich zudem, neue Geschäftspartner in Nahost und in Asien zu finden sowie die Allianz mit Europa zu stärken.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Am asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,3 Prozent auf 154,87 Yen und legt leicht auf 6,7097 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent höher bei 0,8181 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1536 Dollar und zieht leicht auf 0,9437 Franken an.
Wie ticken die Börsenprofis, wie Kanzler Merz?
Nach zwei Börsenwochen im September mit Verlusten hat der Dax auch die neue Handelswoche mit einem Abschlag begonnen. Der deutsche Börsenleitindex büßte im gestrigen Geschäft 0,5 Prozent auf 25.441 Zähler ein. In der Breite zeichneten die wieder gestiegenen Ölpreise für die Verluste verantwortlich. Eine Lösung zwischen dem Iran und den USA rund um die wirtschaftlich wichtige Straße von Hormus scheint in weiter Ferne. Gleichzeitig hat sich die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zur morgigen Wochenmitte erhöht.
Dennoch dürften Börsenprofis trotz steigender Energiepreise im Zuge des anhaltenden Iran-Krieges zuversichtlicher auf die deutsche Wirtschaft schauen. Experten erwarten, dass das vom Mannheimer Forschungsinstitut ZEW erhobene Barometer im September den fünften Monat in Folge zulegen wird, und zwar auf 40 Zähler von zuvor 34,2 Punkten. Die deutsche Wirtschaft hatte sich mit einem Wachstum von 0,3 Prozent im Frühjahr trotz der Widrigkeiten durch den Iran-Krieg recht gut geschlagen.
Zudem spricht der nach den jüngsten Wahlschlappen unter Druck stehende Kanzler Friedrich Merz beim Unternehmertag des Großhandels- und Exporteursverband BGA in Berlin. Mehrere Forschungsinstitute hatten zuletzt ihre Wachstumsprognosen für 2026 deutlich nach oben gesetzt. Die Wirtschaft verkraftet die Folgen des Nahost-Krieges bisher besser als gedacht. Trotzdem dürften Unternehmensvertreter darauf pochen, dass die Regierung die geplanten Reformen schnell umsetzt, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu erhöhen.
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