Wirtschaft

Für 500 Milliarden DollarErneuerbare und Atomkraft: Türkei schnürt gigantisches Strom-Paket

05.11.2026, 21:13 Uhr
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Windkraftanlagen gibt es schon jetzt in der Türkei - es werden nur viel mehr. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Der Iran-Krieg geht auch nicht spurlos an der Türkei vorbei. Um bei der Energieversorgung endlich unabhängig zu werden, nimmt das Land eine Menge Geld in die Hand. Es fließt möglicherweise auch in neue Atomkraftwerke.

Die Türkei will ihre Energieversorgung bis 2040 auf Strom ausrichten und dafür 500 Milliarden US-Dollar investieren. Erneuerbare und Atomkraft sollen dabei ausgebaut werden, wie aus der von Energieminister Alparslan Bayraktar vorgestellten nationalen Energiestrategie hervorging. Der Plan sieht vor, dass der Anteil der Erneuerbaren an der installierten Stromkapazität von derzeit 63 Prozent auf 77 Prozent steigt. Von den Gesamtinvestitionen sollen mehr als 330 Milliarden Dollar in die Elektrifizierung fließen. Die Gesamtkapazität soll von 123 auf 281 GW steigen.

Zudem ist ein Ausbau der Atomkraft auf eine Leistung von zehn Gigawatt geplant. Über zwei zusätzliche Atomkraftwerke soll im Jahr 2027 entschieden werden. Eines dieser Vorhaben war Medienberichten zufolge Thema bei dem Besuch des kanadischen Premierministers Mark Carney Ende Oktober.

Bayraktar hatte im Vorfeld erklärt, die Kernenergie stehe bei den Gesprächen weit oben auf der Tagesordnung. Als möglicher Partner für den Bau eines Kraftwerks an der Schwarzmeerküste gilt das kanadische Unternehmen CANDU.

Mit der Strategie will die Regierung die Abhängigkeit von Energieimporten verringern, die sich zuletzt auf 65 bis 70 Milliarden Dollar pro Jahr beliefen. Um die aktuelle Versorgung zu sichern, hatte die Türkei im August ein einjähriges Abkommen mit dem Irak über die Nutzung einer Rohölpipeline geschlossen. Obwohl der Gesamtenergiebedarf durch die zunehmende Elektrifizierung sinken soll, wird eine Verdopplung des Pro-Kopf-Stromverbrauchs erwartet. Als Treiber gelten Elektrofahrzeuge, Rechenzentren und Wärmepumpen. Die Gesamtemissionen sollen dem Plan zufolge um 40 Prozent sinken.

Quelle: ntv.de, ses/rts

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