Wirtschaft

Wette auf Republikaner geplatztElon Musk verzockt eine halbe Milliarde Dollar - und macht Witze darüber

04.11.2026, 16:50 Uhr
imageVon Diana Dittmer
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Trotz seiner verlorenen Mega-Wette auf einen Sieg der Republikaner ist der reichste Mann der Welt zu Scherzen aufgelegt: "Ich schätze, meine Wahleinmischungs-Weltraumlaser haben dieses Mal nicht funktioniert." (Foto: IMAGO/Image Press Agency)

Elon Musk hat den Wahlkampf der Republikaner mit mehreren Hundert Millionen Dollar unterstützt. Doch statt eines politischen Sieges gibt es eine krachende Niederlage - auch in seiner Wahlheimat Texas. Der Tech-Milliardär reagiert mit Galgenhumor und witzelt über attraktive Geschäftsfelder im All.

Elon Musks Wette auf die Partei von US-Präsident Donald Trump ist nicht aufgegangen. Laut "New York Times" hatte der reichste Mann der Welt rund 474 Millionen Dollar in den Wahlkampf der Republikaner für die Zwischenwahlen gesteckt. Den politischen Durchmarsch der Demokraten konnte er jedoch nicht verhindern.

Besonders bitter dürfte für Musk das Ergebnis in Texas sein. Den republikanischen Senatskandidaten Ken Paxton hatte er mit mehr als 200 Millionen Dollar unterstützt, also mit fast der Hälfte der Summe, die er insgesamt für die Republikaner spendete. Doch auch diese Wette ging nicht auf. Am Ende setzte sich der Demokrat James Talarico durch. Auch bei der Gouverneurswahl in Texas erlitt der amtierende republikanische Gouverneur Greg Abbott eine Niederlage gegen die Demokratin Gina Hinojosa.

Zumindest öffentlich nimmt Musk diese Mega-Pleite mit Humor. Nach einer auffälligen Zurückhaltung während der Wahlnacht meldete er sich mit zwei ironischen Beiträgen zu Wort. "Ich schätze mal, meine Wahleinmischungs-Weltraum-Laser haben dieses Mal nicht funktioniert", schrieb er auf seiner Plattform X. In einem weiteren Beitrag erklärte er: "Rechenzentren im Weltraum scheinen derzeit ziemlich attraktiv zu sein."

Rechenzentren im All sind dabei mehr als eine spontane Weltraumfantasie. Musk spielt auf eine Zukunftstechnologie an, die sein Unternehmen SpaceX bereits vorantreibt. Der Post lässt sich zugleich als Seitenhieb auf die politischen Hürden verstehen, die ihm nun drohen. Denn die Demokraten könnten den Ausbau der KI-Infrastruktur stärker regulieren. Insbesondere in Texas, wo Tech-Konzerne Milliarden in neue Rechenzentren investieren wollen, könnte der politische Gegenwind nach dem Wahlsieg der Demokraten zunehmen.

Jetzt droht Musk Ärger in Washington

Für Musk geht es nicht nur um Rahmenbedingungen für die Tech-Branche. Die Demokraten wollen auch seine frühere Rolle an der Spitze der Effizienzbehörde DOGE genauer unter die Lupe nehmen. Demokratische Abgeordnete hatten bereits versucht, Musks umstrittenes Gebaren aufzuarbeiten. Bislang fehlten ihnen jedoch die Mehrheiten, um ihre Forderungen im Kongress durchzusetzen. Ein Bericht des staatlichen Rechnungshofs vom August hatte erhebliche Kontrolllücken bei den Mitarbeitern der Behörde und Unstimmigkeiten bei den ausgewiesenen Einsparungen offengelegt. Mit der neuen Mehrheit in beiden Kongresskammern können die Demokraten nun auch Vorladungen durchsetzen und Musk stärker unter Druck setzen. Die Aufarbeitung seiner DOGE-Zeit dürfte damit zu einem der ersten Konfliktfelder des neuen Kongresses werden.

Das ist besonders heikel mit Blick auf seine Pläne, Tesla und SpaceX - zwei der wertvollsten Unternehmen seines Imperiums - unter einem Dach zu vereinen. Beide Firmen haben dafür Ausschüsse unabhängiger Verwaltungsratsmitglieder eingesetzt. Musk selbst hat die Idee öffentlich begrüßt. Ein demokratisch dominierter Kongress könnte das Vorhaben nun jedoch genauer prüfen und verzögern - etwa mit Blick auf die milliardenschweren Regierungsaufträge von SpaceX und mögliche Interessenkonflikte. Für die Fusion wäre das ein zusätzliches Risiko.

Was daraus tatsächlich wird, ist allerdings offen. Politische Untersuchungen sind noch keine Gesetze, und die Demokraten können eine Fusion nicht einfach per Mehrheitsbeschluss verhindern. Zudem sind Musks Unternehmen für die US-Regierung nicht von heute auf morgen zu ersetzen. SpaceX ist für die Nasa und das Pentagon ein wichtiger Partner.

An der Börse macht sich die neue politische Unsicherheit allerdings bereits bemerkbar. Im vorbörslichen Handel gaben die Aktien von Tesla und SpaceX zeitweise jeweils mehr als vier Prozent nach.

Quelle: ntv.de

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