Regionalnachrichten

ThüringenLebenserwartung von Frauen in Thüringen gesunken

04.11.2026, 09:03 Uhr
image

Wie alt wird die Bevölkerung? Das wird am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung berechnet. Zwischen den Geschlechtern zeigen sich in Thüringen jedoch unterschiedliche Entwicklungen.

Wiesbaden/Erfurt (dpa/th) - Die Lebenserwartung von Frauen in Thüringen ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Sie lag im Schnitt bei 83,2 Jahren und ging um ein halbes Jahr zurück, wie eine Berechnung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigt. Bundesweit war das der stärkste Rückgang.

Bei den Männern hingegen stieg die Lebenserwartung leicht. Ein 2025 geborener Junge hat im Freistaat demnach im Schnitt 77,9 Jahre vor sich. Gegenüber dem Zeitraum 2024 stieg die Lebenserwartung für Männer damit um 0,1 Jahre.

Bundesweite Unterschiede

Durch den Anstieg der Lebenserwartung liegen bei den Männern alle Bundesländer über dem Vor-Corona-Niveau von 2019. Dabei zeigen sich jedoch teils große Unterschiede im Ländervergleich. So liegen bei den Männern Baden-Württemberg (80,6 Jahre) und Bayern (80,0) vorn, während Mecklenburg-Vorpommern (77,0) und Sachsen-Anhalt (76,8) die niedrigsten Werte verzeichnen.

Bei der weiblichen Bevölkerung hingegen verzeichneten auch andere Bundesländer Rückgänge. Den Angaben nach liegen rund die Hälfte der Länder unter dem Niveau von 2019. Den Berechnungen zufolge leben auch die Frauen in Baden-Württemberg am längsten mit 84,6 Jahren, gefolgt von Sachsen (84,3). Die Schlusslichter bilden Bremen (82,3) und das Saarland (82,1).

Woher kommen die Unterschiede?

Eine mögliche Erklärung für die unterschiedlichen Entwicklungen bei Männern und Frauen sehen die Wissenschaftler beim Konsum von Tabak. "Der Tabakkonsum ebbte bei Männern schon vor mehreren Jahrzehnten ab, so dass die negativen Folgen bereits zurückgehen", erläuterte Pavel Grigoriev, Leiter der Forschungsgruppe Mortalität am BiB. Bei Frauen jedoch breitete sich das Rauchen demnach erst ab etwa 1970 aus, weshalb die damit verbundenen negativen Folgen derzeit noch zunehmen.

Quelle: dpa

Regionales