Sachsen-Anhalt"Gen Z sind wir alle": 350 Protestierende in Magdeburg

Junge Menschen protestieren in Magdeburg. Zugesagt hatten mehr als 5.500, gekommen sind laut Polizei 350. Die nächste Aktion wird bereits angekündigt.
Magdeburg/Halle (dpa/sa) - Zu einer Protestveranstaltung der Initiative "Gen Z regelt" haben sich nach Polizeiangaben in Magdeburg etwa 350 Menschen versammelt. Die Demonstration blieb friedlich, sagte ein Polizeisprecher. Es habe deshalb auch keine Bedenken gegeben, einem kurzfristig angemeldeten Umzug vom Vorplatz des Hauptbahnhofs bis zum Hasselbachplatz zuzustimmen. Online hatten mehr als 5.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer per Mausklick zugesagt, angemeldet waren laut Polizei 500 Menschen.
Nächster Protesttag am 20. November?
Die Veranstalter riefen vor Ort dazu auf, sich mittels eines QR-Codes an einer Umfrage mit dem Titel "Gen Z sind wir alle!" zu beteiligen. Es gehe darum, die Zukunft von "Gen Z regelt" in Magdeburg aufzubauen, hieß es. Die Fragen lauteten etwa "Warum seid ihr heute hier?", "Für welche konkreten Forderungen wollt ihr einstehen?" und "Wie bekommen wir diese Forderungen durchgesetzt?". Auf der Umfrageplattform werden außerdem die nächsten Jugend- und Sozialproteste für den 20. November angekündigt.
Unter die vorwiegend jungen Demonstranten hatten sich auch ältere gemischt. Auf Schildern war unter anderem zu lesen: "An Bildung zu sparen ist die dümmste aller Ideen!" und "Soziale Qual, schmales Personal - Besitze blitze, Hitze schwitze, spitze, Fritze".
Bundesweite Demonstrationen in mehr als 30 Städten
Für die Veranstaltung in Magdeburg war die Initiative eigenen Angaben nach weder inhaltlich noch organisatorisch zuständig, hatte sie aber beworben. "Gen Z regelt" war demnach nur für vier von 34 Städten in Deutschland direkt zuständig, in der Jugendproteste angemeldet waren.
Zur Generation Z gehören junge Menschen, die etwa zwischen 1995 und 2010 geboren wurden. Sie setzen sich mit den Protesten für Bildung, Gesundheit, Klimaschutz und ein bezahlbares Leben ein. Es gehe auch um Themen wie Gerechtigkeit, Wehrpflicht und Grundrechte, hieß es.
In anderen europäischen Ländern geht die Generation Z schon seit Wochen massenhaft auf die Straße. In Frankreich war es dabei zu schweren Ausschreitungen gekommen.
"Gen Z"-Veranstaltung auch in Halle
Neben Magdeburg gab es auch in Halle eine Veranstaltung mit "Gen Z regelt"-Bezug – sie wurde jedoch nicht offiziell auf der Protest-Homepage der Initiative angekündigt oder beworben. Laut Polizei hatte der Veranstalter in Halle 70 Personen angemeldet - gekommen waren am Ende etwa 750. Sie hatten sich zu einem friedlichen Protestumzug durch die Innenstadt formiert, hieß es.