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Berlin & BrandenburgMann vor Lokal attackiert - Cousins gestehen vor Gericht

15.09.2026, 14:51 Uhr
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Ein Gast streitet in einem Lokal in Berlin-Moabit mit einer Wirtin. Ein anderer Gast will schlichten - und wird kurz darauf attackiert. Mehrere Messerstiche überlebt er nur knapp.

Berlin (dpa/bb) - Rund fünf Monate nach einem beinahe tödlichen Angriff auf einen 30-jährigen Mann vor einem Lokal stehen zwei Cousins vor dem Landgericht Berlin. Der Hauptangeklagte gestand zu Prozessbeginn den Einsatz eines Messers. Er habe falsch gehandelt und überreagiert, erklärte der 25-Jährige über seinen Verteidiger. Der 26-jährige Mitangeklagte gab zu, in der Auseinandersetzung zugeschlagen zu haben.

Die Anklage gegen den 25-Jährigen lautet unter anderem auf versuchten Totschlag. Er habe dem Opfer mehrere Stiche in den Bauch und die Brust versetzt. Der 30-Jährige, der zuvor im Lokal einen Streit schlichten wollte, konnte laut Ermittlungen durch eine Notoperation im Krankenhaus gerettet werden. Dem 26-jährigen Angeklagten wird gefährliche Körperverletzung und versuchte Nötigung zur Last gelegt.

In Tötungsabsicht zugestochen?

Den Messerstichen am frühen Morgen des 8. April in Berlin-Moabit ging ein Streit des 25-Jährigen mit der Wirtin voraus. Der damals 30-jährige Gast habe eingegriffen, um einen körperlichen Angriff auf die Frau zu verhindern, heißt es in der Anklage. Der 25-Jährige sei über das Einschreiten verärgert gewesen. Wenige Minuten später sei der 30-Jährige vor der Kneipe attackiert worden. In Tötungsabsicht habe der 25-Jährige zugestochen.

Der Hauptangeklagte erklärte weiter, er habe vor dem Lokal-Besuch neben Alkohol auch Drogen konsumiert und sich unwohl gefühlt. Zum Streit sei es gekommen, als er an einem Automaten spielen, die Bedienung aber erst seinen Ausweis sehen wollte. Ein anderer Gast habe sich eingemischt - "ich bekam einen Faustschlag ins Gesicht". Das Gerangel habe sich vor das Lokal verlagert. Aus Angst vor Schlägen habe er zum Messer gegriffen - "ich bin erschüttert". Seine Wahrnehmung sei verzerrt gewesen, er bereue zutiefst.

Der 25-Jährige, der wie sein Cousin aus dem Libanon stammt und dessen Staatsangehörigkeit ungeklärt ist, wurde kurz nach der Tat festgenommen. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind fünf weitere Tage bis zum 1. Oktober geplant.

Quelle: dpa

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