Politik

In der Region SamaraUkraine greift Ölraffinerie an - trotz Trumps Ansage

15.09.2026, 10:14 Uhr
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Die Ukraine wehrt sich seit viereinhalb Jahren gegen die russische Invasion. (Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa)

Am Montag kündigt US-Präsident Trump an: Russland und die Ukraine wollen auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten. Selenskyj sieht das etwas anders. Zuvor müssten die USA garantieren, dass Moskau den Krieg tatsächlich beenden wolle.

Die Ukraine hat in der Nacht mit Drohnen eine Industrieanlage in Russland angegriffen. Dabei seien die Anlage sowie mehrere Wohngebäude in der Region Samara im Südosten des Landes beschädigt worden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew. Todesopfer habe es nicht gegeben. Rund 40 Drohnen seien abgeschossen worden.

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Angriffe im russischen Hinterland. Russland stoppe seine Angriffe auf den ukrainischen Energiesektor, Logistik und kritische Infrastruktur nicht. Kiews Reaktionen darauf seien spürbar, schrieb er in sozialen Medien. Selenskyj sprach unter anderem von ukrainischen Treffern auf die Ölraffinerie Sysran in der Region Samara. In Taganrog sei ein Drohnenhersteller getroffen worden.

Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, Russland und die Ukraine wollten auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies eine formelle Zustimmung zu dieser Darstellung zurück. Man habe bislang keinen echten Willen Russlands zu einem Kriegsende gesehen, erklärte er. Sollten die US-Partner jedoch eine ehrliche und langfristige Bereitschaft Moskaus sicherstellen, werde die Ukraine eigene Schritte zur Deeskalation unternehmen. Ein Abkommen müsse verlässlich sein und echte Auswirkungen auf das Leben der Menschen haben. Aus Moskau gab es bislang keine Reaktion zu Trumps Ankündigung.

n dem seit viereinhalb Jahren andauernden Krieg hat Russland immer wieder ukrainische Energieanlagen beschossen. Dies hat zu massiven Schäden an den Strom- und Wärmenetzen geführt und sowohl die Industrie als auch den Alltag der Zivilbevölkerung stark beeinträchtigt. Das ukrainische Militär greift seinerseits seit Monaten russische Industrieanlagen an. Im Fokus steht dabei vor allem die Ölindustrie, die eine der wichtigsten Stützen der russischen Wirtschaft ist. Diese Angriffe haben in mehreren russischen Regionen zu erheblichen Engpässen bei Benzin geführt.

Die Ukraine attackierte in der Nacht zudem in der russischen Stadt Taganrog Lagerhallen des Internethändlers Ozon mit Raketen. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Rostow, Juri Sljussar, wurden keine Opfer gemeldet. Darüber hinaus seien Lagerhallen von Landwirtschaftsbetrieben und Wohngebäude sowie eine Bildungseinrichtung beschädigt worden.

Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, meldete in der Nacht auf Telegram russische Drohnenangriffe auf die Stadt. Dabei sei eine Tankstelle getroffen worden. In einem anderen Bezirk sei ein Mensch verletzt worden. In den vergangenen Monaten hat Russland massiv ukrainische Tankstellen beschossen.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/rts

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