"Er fehlt uns, aber ..." Grünen-Chefin Brantner erwartet kein Habeck-Comeback

Kommt der einstige Hoffnungsträger der Grünen noch einmal zurück auf die politische Bühne? Was Habecks Fans herbeisehnen, wird wohl nicht passieren. "Auf eine Weise" fehle er der Partei, sagt Grünen-Chefin Brantner und lässt durchblicken, dass man über den Verlust hinweg sei.
Grünen-Chefin Franziska Brantner rechnet nicht mit einem politischen Comeback des früheren Kanzlerkandidaten Robert Habeck. "Er hat sich bewusst dafür entschieden, etwas anderes zu machen, und ich respektiere das", sagte sie dem "Kölner Stadt-Anzeiger".
Auf die Nachfrage, ob Habeck den Grünen fehle, antwortete sie: "Joschka Fischer, Winfried Kretschmann, Robert Habeck - natürlich fehlen sie auf eine Weise. Wir haben als Partei ein neues Kapitel in den letzten Jahren aufgeschlagen und wollen weiter vorankommen."
Ob die Grünen bei der nächsten Bundestagswahl wieder einen Kanzlerkandidaten aufstellen, ließ Brantner offen. "Das werden wir zum richtigen Zeitpunkt entscheiden", sagte sie. "Wir haben gezeigt, dass wir regieren können." Zur Frage möglicher Koalitionspartner auf Bundesebene sagte die Parteichefin: "Mein Ziel sind starke Grüne. Ich habe auch keine Ahnung, in welchem Zustand die CDU oder Linke bei der Bundestagswahl in drei Jahren antreten."
"Reißen Sie sich zusammen"
Brantner appellierte zugleich an Union und SPD, die Regierung nicht vorzeitig zu beenden. "Ich wünsche mir wirklich keine ständigen Neuwahlen. Schon das Scheitern der Ampel war keine gute Entwicklung", sagte sie. "Deswegen ist mein Appell an die Bundesregierung: Reißen Sie sich zusammen und werden Sie Ihrer Verantwortung gerecht. Es sollte eine Ehre sein, regieren zu dürfen - davon merkt man aktuell nichts."
Vor den Protesten der Gruppierung "GenZ regelt" rief die Grünen-Chefin die Teilnehmer zum Gewaltverzicht auf. "Wir erwarten Gewaltfreiheit von allen, die daran teilnehmen", sagte sie dem Blatt. "Entscheidend ist natürlich auch die Transparenz, wer den Protest organisiert und woher das Geld dafür kommt - bei einigen der angekündigten Proteste ist das weiterhin unklar." Brantner fügte hinzu: "Wenn man auf Nummer sicher gehen will, dann gibt es den Bildungsprotest am 20. November, zu dem auch "Fridays for Future" aufrufen."