Während sich die Elversberger Profis nach dem fulminanten 4:1 (3:0)-Erfolg in der Fankurve feiern ließen, mussten sich die Mainzer den Unmut ihrer Anhänger anhören. "Wir wollen euch kämpfen sehen", hallte es aus dem Gästeblock. Denn der 1. FSV Mainz 05 kam im Saarland mächtig unter die Räder und steht nach drei Niederlagen innerhalb von sechs Tagen ohne Erfolgserlebnis da.
Die Pleite bei der SV Elversberg war für Sportdirektor Niko Bungert "der Tiefpunkt" dieser Englischen Woche - und auch Trainer Urs Fischer fehlten nach dem Schlusspfiff zunächst die Worte. "Nach solch einem Spiel muss man vorsichtig sein, dass man nichts Falsches sagt, und vielleicht besser eine Nacht drüber schlafen", sagte der Schweizer. Vor allem in der ersten Halbzeit habe seine Mannschaft kein akzeptables Gesicht gezeigt.

Fischer: "Muss aufpassen, dass ich nichts Falsches sage"
Zur Pause führten die Gastgeber nach Treffern von Felix Keidel, Francis Onyeka und Maurice Krattenmacher bereits mit 3:0. "Wir treffen einfach falsche Entscheidungen. Das ist auch eine Kopfsache", sagte Fischer. Zwar habe Mainz nach der Pause besser gespielt, insgesamt sei es aber deutlich zu wenig gewesen. Cole Campbell erhöhte mit einem sehenswerten Seitfallzieher auf 4:0 (90.+1), Benedict Hollerbach gelang für Mainz nur noch Ergebniskosmetik (90.+3).
"Momentan passt irgendetwas nicht mehr"
Wie tief die Verunsicherung sitzt, wurde auch in den Aussagen der Spieler deutlich. "Wir haben uns wie eine Schülermannschaft verkauft", sagte Torhüter Robin Zentner bei seinem Comeback nach knapp siebenwöchiger Verletzungspause. Er sprach von einem "harten Schlag", den die Mannschaft erst verdauen müsse. Vor allem in der ersten Halbzeit habe das Team zu wenig Zweikämpfe gewonnen und die Bälle nicht festgemacht. "Wir haben derzeit kein Selbstvertrauen, das sieht man in fast jeder Situation", konstatierte der Schlussmann.
Auch sein Mitspieler Danny da Costa zeigte Verständnis für den Unmut der Fans. "Man hat die Pfiffe gehört, die natürlich gerechtfertigt sind. Wir haben innerhalb einer Woche das Selbstvertrauen verspielt, das wir uns vorher aufgebaut hatten. Fakt ist: Momentan passt irgendetwas nicht mehr. Wir trauen uns zu wenig zu."
Bungert machte vor allem die mentale Verfassung der Mannschaft als Problem aus. "Wir haben ein Kopfproblem. Und das ganz ohne Not, denn wir waren nach einem guten Saisonstart in einer komfortablen Situation." Nun müsse der Verein schnell das Ruder herumreißen. "Wenn wir weitere Spiele abliefern wie in den vergangenen vier Tagen, werden wir wenig Bundesliga-Punkte holen."
Am kommenden Spieltag kommt nun aber ausgerechnet der Rekordmeister FC Bayern München zum Gastspiel in Mainz an. Trotz der schwierigen Aufgabe forderte Fischer eine schnelle Reaktion: "Jetzt gilt es, wieder aufzustehen und es gegen die Bayern besser zu machen."

