Berliner im Punkterausch

Jetzt wollen Herthas Rekordjäger auch Ex-Leitwolf Reese verputzen

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Hertha BSC stürmte am 10. Spieltag der 2. Bundesliga auch den Lauterer Betzenberg. (Foto: IMAGO/Werner Schmitt)
01.11.2026 | 12:30 Uhr
Vor der Saison als radikal verjüngte, mittelmäßige Alte Dame verspottet, rauscht Hertha BSC in Liga 2 von Sieg zu Sieg. Als nächstes soll Topfavorit VfL Wolfsburg mit dem aus Berlin abgewanderten Ex-Publikumsliebling Fabian Reese dran glauben.

Die Rekordstarter von Hertha BSC gönnten sich zur Feier des Tages ihren traditionellen Auswärtsdöner - und zahlen musste der Matchwinner. "Die Runde geht gerne auf mich, kein Problem", sagte Doppelpacker Sebastian Grönning nach dem beeindruckenden 3:0 (1:0) im Topspiel beim 1. FC Kaiserslautern. Trotzdem scheint der Hunger der Berliner, die schier unaufhaltsam Richtung Aufstieg stürmen, kaum zu stillen.

"Ich will in meiner ganzen Karriere auf dem höchsten Level spielen. Wenn ich auf den Platz gehe und mit einem Unentschieden zufrieden wäre, gehe ich auf meine Terrasse und trinke Rotwein. Aber ich habe Bock auf Fußball, Bock auf Gewinnen. Diese Mentalität ist das Wichtigste in der Kabine", sagte der gegen Lautern mit zwei Vorlagen überragende Mads Pedersen.

Einen solchen Erfolgslauf zum Zweitliga-Auftakt, wie ihn die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl derzeit hinlegt, gab es seit 48 Jahren nicht. Damals gelangen Bayer Leverkusen in der Saison 1978/1979 ebenfalls neun Siege und ein Remis aus den ersten zehn Spielen, ehe die Werkself letztlich gar die ersten 21 Liga-Partien ohne Niederlage blieb. 

Wölfe sind der "Riesentest" für Hertha

"Wenn man überlegt, wie lange es die 2. Liga gibt und du dich jetzt da verewigt hast, ist das ein superschönes Gefühl", wurde Paul Seguin von der Berliner Morgenpost zitiert. Die Serie, so der Mittelfeldspieler, wolle Hertha nun ausbauen. Mit 28 Punkten thront der Hauptstadtklub an der Tabellenspitze, die ersehnte Bundesliga-Rückkehr wirkt so realistisch wie noch nie seit dem Abstieg 2023. 

Es läuft sogar so gut, dass die Berliner mit dem Döner-Ritual, nach jedem Auswärtssieg gibt es die Kalorienbombe im Fladenbrot, aktuell gar nicht so recht hinterherkommen. "Wir hatten den auch Mittwoch. Da nehme ich vielleicht nur einen halben heute", scherzte Pedersen bei Sky mit Blick auf den Achtelfinaleinzug im DFB-Pokal beim Regionalligisten SV Jeddeloh II. Auch dort hatte übrigens schon Grönning den Festschmaus bezahlt, wie er nach seinen beiden Toren in Kaiserslautern (17./59.) verriet.

Am kommenden Wochenende, das ist bereits sicher, wird eine Döner-Pause eingelegt. Denn ein Heimspiel steht an, wenn auch nicht irgendeins. Ex-Kapitän Fabian Reese kehrt am Samstag (20.30 Uhr/Sky und Nitro) mit dem VfL Wolfsburg ins Olympiastadion zurück, wo er nach seinem Abgang von Hertha im Sommer mit Pfiffen empfangen werden dürfte. Doch auch unabhängig von der Personalie Reese, sagte Pedersen, werde es gegen die seit fünf Spielen unbesiegten Wölfe ein "Riesentest". Eigentlich, fügte der Däne an, sei Wolfsburg "eine Bundesliga-Mannschaft". Und genau das will auch Hertha am Ende der Saison von sich sagen können.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar/sid