Vor Nummer-1-Krönung

Schimpfender Zverev verpasst das Gigantenfinale

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Alexander Zverev muss zugucken, wenn Carlos Alcaraz im Finale spielt. (Foto: picture alliance/dpa/APA)
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31.10.2026 | 21:14 Uhr
Die Nummer eins hat er sicher, doch die Krönung kann Alexander Zverev nicht ganz befreit feiern. Das Halbfinale des ATP-Turniers in Wien verliert er - und hat dabei kräftig was zu meckern. Damit verpasst er auch das Traumfinale gegen Carlos Alcaraz.

Alexander Zverev kann seinen Status als künftige Nummer 1 der Tenniswelt nicht mit dem Turniersieg in Wien krönen. Der gebürtige Hamburger verlor im Halbfinale des ATP-Events gegen den Australier Alex de Minaur denkbar knapp mit 4:6, 6:1 und 6:7 (4:7) und verpasste das Traumfinale gegen Carlos Alcaraz. Der Spanier hatte zuvor mit 6:4, 7:6 gegen den Russen Daniil Medwedew gewonnen.

Immer wieder beklagte sich der Deutsche im Halbfinale über die Bälle, die seiner Ansicht nach zu stark aufgingen. "Glaubst du, es ist normal, bei einem Tennisturnier mit diesen Bällen zu spielen?", fragte Zverev den Unparteiischen und hielt ihm die Filzkugel vors Gesicht.

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Zverev beklagte sich beim Unparteiischen. (Foto: picture alliance / BEAUTIFUL SPORTS)

Nach 2:33 Stunden musste der phasenweise ungewohnt ungenau und wackelig spielende Zverev seinem Gegner gratulieren. Vor allem 31 unerzwungene Fehler kosteten ihn die Chance auf seinen nach 2021 zweiten Wien-Titel. 2025 hatte Zverev das Finale knapp gegen Jannik Sinner verloren.

Damit fällt auch die erhoffte Revanche nach gut zehn Monaten für das dramatische Halbfinale der Australian Open vorerst aus. Im Januar hatte sich Alcaraz in einem Fünf-Satz-Krimi in Melbourne gegen Zverev durchgesetzt. Das 13. direkte Duell (Bilanz: 7:6 für Alcaraz) war das bislang letzte der beiden Topspieler, da der Spanier wenige Wochen später lange verletzt ausfiel.

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"Dass ich länger Nummer 1 bin" - Zverev stichelt gegen Becker

Alcaraz hatte die Weltrangliste mit fünf Unterbrechungen 66 Wochen lang angeführt. Zuletzt hatte er Platz eins im April während seiner Verletzungspause an Jannik Sinner verloren. Zverev hatte mit seinem Viertelfinal-Einzug in Wien sichergestellt, dass er den derzeit verletzten Südtiroler am Montag als Nummer eins ablösen und damit erstmals das ATP-Ranking anführen wird.

Aufschlagprobleme bei Zverev

Einen Tag nach seinem dominanten Auftritt im Viertelfinale gegen den überforderten Briten Arthur Fery (6:0, 6:2) hatte es Zverev gegen den zähen de Minaur, Nummer zehn der Weltrangliste, deutlich schwerer. Gewarnt war der Favorit immerhin: In zuvor 13. Duellen hatte der Australier den Deutschen immerhin viermal bezwungen.

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Gegen viele Widerstände: Zverevs steiniger Weg zur 1

Zverev hatte vor allem zu Beginn deutliche Probleme mit seinem Aufschlag, gestattete seinem Gegner im ersten Satz acht Breakchancen. De Minaur nutzte eine davon zum 3:2 und sicherte sich nach 50 Minuten den Satzvorsprung. Dies wirkte aber wie ein Wecker: Im zweiten Satz spielte Zverev auf einmal ohne Schwäche, gewann fünf Spiele in Serie. Der immens fitte de Minaur war im Entscheidungssatz aber wieder voll da und machte seinen fünften Sieg gegen Zverev perfekt.

Schon mit dem Viertelfinaleinzug hatte sich Zverev die Weltranglistenführung ab Montag gesichert. Als letzter deutscher Mann stand Boris Becker vor gut 35 Jahren an der Spitze. Bei den Frauen gelang dies Steffi Graf und Angelique Kerber.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/dpa/sid