"Sommermärchen", "unvergessliche Party" - und der entscheidende Olympia-Boost? Kurz vor der deutschen Kandidatenkür hat München ein dickes Ausrufezeichen gesetzt und sich gleich zwei Sporthighlights mit internationaler Strahlkraft gesichert. 2028 findet das Finale der Fußball-Champions-League an der Isar statt, drei Jahre später steigt dann die Leichtathletik-WM im frisch renovierten Olympiastadion.
"Welcome to Munich! Wir begrüßen die internationale Welt der Leichtathletik ganz herzlich in Bayern - zur ersten Leichtathletik-WM im Freistaat überhaupt", jubelte CSU-Ministerpräsident Markus Söder, nachdem München den Zuschlag für die Titelkämpfe 2031 vom Weltverband World Athletics erhalten hatte: "Wir freuen uns auf ein neues Sommermärchen."
22 Jahre nach den Usain-Bolt-Festspielen von Berlin wird die Leichtathletik-WM zum dritten Mal in Deutschland stattfinden, auch bei der WM 1993 in Stuttgart herrschte Volksfeststimmung. Zuletzt hatte in München die EM 2022 stattgefunden und bei den Stars und Zuschauern für Begeisterung gesorgt.
Lückenkemper: "Für uns das Größte"
"So ein Ereignis im eigenen Land - das ist für uns Athletinnen und Athleten das Größte und für den gesamten Sport in Deutschland eine großartige Chance", sagte Sprinterin Gina Lückenkemper, die 2022 zwei Mal Gold geholt hatte: "Ich bin fest davon überzeugt: 2031 wird die Leichtathletik wieder magische Momente ins Münchener Olympiastadion zaubern und mit der ganzen Welt eine unvergessliche Party feiern."
Mit den beiden Events sendet München auch ein klares Signal an die deutsche Konkurrenz im Kampf um die Olympiabewerbung. Am 26. September entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in Baden-Baden, mit welcher Stadt oder Region er ins Rennen um die Austragung der Spiele 2036, 2040 und 2044 gehen will. Neben München machen sich noch Berlin und die Region Rhein-Ruhr mit Köln als zentralem Austragungsort Hoffnungen.
Rhein-Ruhr machte zuletzt bei der Reit-WM in Aachen Werbung in eigener Sache, Berlin trug erfolgreich die Basketball-WM der Frauen aus - doch mit dem Spektakel in der olympischen Kernsportart sowie dem Showdown um die europäische Fußballkrone lässt sich international mehr punkten. Das IOC will 2029 über die Olympiavergabe entscheiden.
Bayern-Boss und Oberbürgermeister jubeln
"Wir wollen den Fans erneut ein außergewöhnliches Erlebnis bieten und München als weltoffene, sportbegeisterte und bestens aufgestellte Gastgeberstadt präsentieren", sagte Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen: "Ein solches Großereignis kann zudem wichtige Impulse für die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele geben, die wir als FC Bayern mit voller Überzeugung unterstützen. Wir werden einmal mehr zeigen: München kann großen Sport."
Die Stadt hatte im Vorfeld der WM-Vergabe viel Werbung für sich beim Weltverband gemacht und sich so am Ende gegen Metropolen wie London und Rom durchgesetzt, die WM 2029 findet in Nairobi/Kenia und damit erstmals in Afrika statt. Derzeit wird das Olympiastadion in München aufwendig herausgeputzt, das Budget für die Titelkämpfe in dem Leichtathletik-Tempel soll bei etwa 110 Millionen Euro liegen.
"Das ist eine großartige Nachricht für München und eine starke Bestätigung für unser Standing als Sportstadt", sagte Oberbürgermeister Dominik Krause. Und auch ein deutlichen Zeichen an die Delegierten des DOSB.


