Box-Legende George Chuvalo ist tot: Der Kanadier starb bereits am 12. September - an seinem 89. Geburtstag. "Seine Fotos haben Jahrzehnte an unseren Wänden gehangen. Seine Geschichten wurden von einer zur nächsten Generation weitergetragen", teilte "Sully's Boxing" mit. In dem Gym in Toronto trainierte Chuvalo viele Jahre.
Doug Ford, Premier der kanadischen Provinz Ontario, kondolierte via Social Media: "George Chuvalo war eine Legende des Schwergewichts-Boxens, ein Familienfreund und eine kanadische Ikone. Meine Gedanken sind mit Georges Familie und seinen Lieben, mit denen wir seinen Tod betrauern."
Chuvalo bestritt in seiner 22-jährigen Boxkarriere 93 Profikämpfe, von denen er 73 gewann (64 durch K.o.) und 18 verlor, zwei Duelle endeten remis. Legendär war Chuvalos Kinn - er ging in seiner Laufbahn nie zu Boden, obwohl er unter anderem mit den gefürchteten K.o.-Schlägern Joe Frazier und George Foreman im Ring stand.
Der US-amerikanische Box-Historiker Bert Randolph Sugar und Trainer-Idol Teddy Atlas wählten Chuvalo in ihrem "Ultimate Book of Boxing Lists" (2010) in der Kategorie "bestes Kinn" auf den ersten Platz. Chuvalos gefährlichster "Schlag" sei "die linke Wange zur rechten Faust" seiner Gegner, scherzte der berühmte HBO-Reporter Larry Merchant einmal.
Chuvalo ging tanzen, während Ali "Blut pisste"
Auch gegen Muhammad Ali kämpfte Chuvalo zweimal: 1966 forderte er den damaligen Schwergewichts-Weltmeister heraus, unterlag nach 15 Runden aber auf den Punktzetteln. "Ali pisste danach Blut und ich habe meine Frau zum Tanzen ausgeführt", sagte der für seinen trockenen Humor bekannte Kanadier. Der "Größte" bezeichnete Chuvalo mehrmals als den härtesten Gegner seines Boxerlebens. 1972 schlug Ali das Eisenkinn noch einmal in einem Nicht-Titelkampf über zwölf Runden nach Punkten.
Die zehn größten Boxkämpfe der Geschichte
Nach Ende seiner Karriere 1978 war Chuvalo als Trainer aktiv, außerdem versuchte er sich als Schauspieler, war unter anderem in dem Horrorfilm "Die Fliege" (1986) neben Jeff Goldblum zu sehen. Er engagierte sich überdies Zeit seines späteren Lebens gegen Drogenkonsum und hielt an Schulen Vorträge über die Gefahren von Rauschgift. Drei seiner Söhne starben an einer Überdosis Drogen, seine erste Frau, die dies nie verwand, nahm sich das Leben. Im Jahr 2022 diagnostizierten Ärzte bei Chuvalo fortgeschrittene Demenz.
George Chuvalo hinterlässt seine Kinder Mitch und Vanessa, mehrere Enkel sowie seine zweite Frau Joanne.

