Handball-Bundestrainer Alfred Gislason bemerkt bei seinem Kapitän Johannes Golla trotz des Wirbels um dessen Wechselwunsch keine Veränderung. "Der freut sich genau wie alle anderen riesig, dabei zu sein. Er genießt die Zeit mit uns", sagte der Isländer vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien an diesem Donnerstag (20.30 Uhr/ProSieben und Dyn) in Berlin.
Gleichzeitig sicherte Gislason dem 28-Jährigen seine volle Unterstützung zu. "Wenn wir Golli in irgendeiner Hinsicht helfen können, werden wir das immer machen. Wir stehen voll hinter ihm", sagte der Bundestrainer. Er kenne Golla als "großartigen Kapitän und phänomenalen Charakter". Der Kreisläufer habe in den vergangenen Jahren "eine fantastische Leistung" gezeigt.
Golla hatte zuletzt mit seinem Wunsch nach einer Rückkehr von der MT Melsungen zur SG Flensburg-Handewitt für Aufsehen gesorgt und öffentlich über seine psychische Belastung gesprochen. Er sehe eine Gefährdung für seine mentale Gesundheit. "Ich hoffe nur das Beste für ihn und dass es gut bei ihm weitergeht", sagte Gislason.
Grgic lässt Golla seine Ruhe
Auch DHB-Zimmerkollege und sein ehemaliger Mitspieler in Flensburg, Marko Grgic, hatte sich zu Golla geäußert. Dieser mache einen "super Eindruck", sagte er. "Er sieht sehr gut aus und ist immer noch genau so stark wie vorher." Über die privat schwierige Situation spreche Grgic mit ihm bislang nicht. "Erstens geht es mich gar nichts an, zweitens hat er genug damit zu kämpfen. Deswegen ist er wahrscheinlich froh, wenn er mal nicht darüber nachdenken oder reden muss", sagte Grgic. Er wolle Golla "da nicht zu sehr auf die Pelle rücken".
Gollas Kehrtwende löste auch eine Grundsatzdebatte über die Transferregeln im Handball aus. Dass Verträge oft Jahre im Voraus vereinbart werden, bezeichnete etwa Stefan Kretzschmar als "katastrophale Entwicklung". Welthandballer Mathias Gidsel sprach sich für eine Reform aus. Gollas Wechsel im Sommer 2026 war bereits im Dezember 2024 offiziell verkündet worden.
In die Debatte um die Transferregeln wollte sich Gislason dagegen nicht hineinziehen lassen. "Ich glaube, ich wurde gewarnt, auf diese Frage nicht großartig einzusteigen, ich mische mich da wirklich nicht ein als Nationaltrainer", sagte der Isländer mit einem Lachen.


